Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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, 3i keit auferlege. Hieraus wäre man zu schließen befugt, M. habe seine Apostasie nicht geleugnet, oder sei derselben überführt und nur von seinem Beschützer , dem Großkadi, durch einen wohlwollenden Spruch gerettet worden. Ganz anders aber tritt die Begebenheit aus dem „Man sagt" des Jbn Abu Osaibia heraus, denn dies beweist, daß M. der Schuld wohl bezüchtigt, nicht aber überführt wurde, und ,,Man sagt" heißt so viel, als: Abul Arad oder Andere haben ihn angeklagt. Vielleicht hat Joseph Alsebti seinem Freunde Älkofti die Geschichte der Anklage des Abul Arabs nur des Richterspruchs des Kadi wegen erzählt; denn Joseph selbst hat, wie wir oben gesehen, den Turban genommen und ist nachher wieder zum Judenthume zurückgegangen , und er selbst schwebte daher unter der Furcht einer Anklage; es mußte ihm der Richterspruch des ägyptischen —-:©ro:|itflbt"iföhfr ölf^it. Habe ich die Belastungszeugen auf den einzigen Abul Arab reduzirt, so könnte ich dagegen die Zahl der Entlastungszeugen sehr erhöhen; ich will mich jedoch mit den wichtigeren begnügen und hoffen, daß sie ausreichen werden, den hartnäckigsten Beschuldiger deS Maimonides von dessen Unschuld zu überzeugen, 1) Vor Allem hören wir des Angeschuldigten eigene, zum Gesetze niedergeschriebene , Worte im Jad Chasakah: ♦)■■ „Alles Gesagte, (daß man nämlich einzelne Gebote übertreten darf, wenn bei Nichtübertretung man getödtet werden soll), findet nur Anwendung, so lange keine allgemeine Verfolgung stattfindet. Dagegen aber, wenn, wie unter Nebukadnezar, ein grausamer König befiehlt, daß Israel seine Religion verlasse oder auch nur ein Gebot aus den Geboten , da muß man sich erschlagen lassen und darf nicht übertreten,...." Daß M. ein Heuchler oder durch andere Laster schlechter Mensch gewesen sei, wagen selbst seine wüthendsten Feinde, deren er seiner Aufklärung wegen genug Hatte, nicht zu behaupten. Im Gegentheil erkennen sie mit Bedauern seine hohen Tugenden an , indem sie den Schmerz nicht verbergen können, daß sie in seinem moralischen Leben keinen Gegenstand des Angriffes finden. Würde aber ein solcher Mann die dreiste Stirn gehabt haben , 13 Jahre nach seiner Ankunft in Aegypten obige Worte zu schreiben unter dem bitteren Vorwurfe des eigenen Gewissens, vor 13 Jahren in Spanien diesen Grundsätzen entgegen gehandelt zu haben? Er selber erzählt auch seine Auswanderung aus Spanien •) Halchot Jefode Hatora V, 4.