Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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\ -j ' 50 rer solche Dinge erzählt, die ihn in Lebensgefahr bringen konnten, so verdient er als verräterischer und undankbarer Freund keinen Glauben. 4) Endlich, dieser Alsebti ging wirklich früher im Abendlande zum Muhammedanismus über, schwor ihn aber im Morgenlande wieder ab,*) und es wäre, wenn auch nicht verzeihlich, doch begreiflich, daß er, seine Schwäche zu ' decken suchend, sich gern gefallen ließ, wenn man sagte, Maimo^nides hätte demselben Geschicke sich beugen müssen. Jedoch ehe wir unsere Meinung über die möglicherweise durch Joseph Alsebti. vermittelten Nachrichten begründen, müssen wir noch einen scheinbaren Belastungszeugen anführen, in dessen Worten aber gerade der Uebergang zu den Entlastungszeugen gefunden wird. Es ist dieser der berühmte Araber Jbn Abu Osaibia. **) Dieser, in seiner „ Geschichte der Aerzte" sagt: „ Maimonides war der erste -2ff)to.rrewiHn — der Praxis.... Der Sultan Saladin achtete ihn sehr hoch und nahm ihn zum Arzte.... Man sagt, Musa benMaimun habe sich zum Islam bekannt, als er in Magreb (Spanien) war, er Habe den. Koran auswendig gelernt und die muhammedanische.Jurisprudenz studirt, aber in Aegypten angekommen, sei er wieder abgefallen." Also ein bloßes „on ditu ist noch für den fast gleichzeitigen und in Kahira sich aufhaltenden Jbn Abu Osaibia übriggeblieben, von einer Thatsache, welche der fernlebende Alkofti mit der kühnen Sprache der Gewißheit glaubwürdig zu machen strebt! Das „ on ckit" ist aber gerade hier die charakterische Einkleidungsform, die für die Ümstände sich am angemessensten schickt. Denn meine Leser werden schon längst mit mir den EnrstehungSpunkt der Angabe ins Auge gefaßt haben und werden wissen , daß er lediglich in > der Anklage des eben bei Alkofti genannten Andalusiers Abul Arab den Moischa liegt. Nur muß Alkofti selbst die einzelnen Vorgänge bei der Anklage und Vertheidigung untreu dargestellt haben. Bei ibm heißt es nämlich, Abül Arab den Moischa sei vom Großkadi mit seiner Anklage deshalb abgewiesen worden, weil ein gezwungener Uebertritt keine bleibende Verbindlich- *) Er erhält dieserhalb von dem bissigen Juda Alcharisi (Lechkemoni e»p. L.) mitten unter einem Schwalle von Lobpreisungen einen feinen Geißelhieb. »*) Blühte kurz nach Maimonides. Des Letzteren Sohn, Ibrahim, und Jbn Abu Osaibia waren zu gleicher Zeit al6 Aerzte am königl. Hospital zu Kahira um 1^30 angestcllt.; ./■;!• ' . “• ■ ■ ' •' '