Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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28 Bckichtigung eines so großen, aus alten Quellen herrührendcn Jrrthums, welcher, unbcrichtigt, leicht das Ansehen eines so wichtigen Mannes bei Manchem schwächen könnte, eine Pflicht gegen die Manen des großen Lehrers Maimonides zu erfüllen, dessen Andenken gesegnet bleibe! __ -„Stellen wir jetzt die Be- und Entlastungszeugen gegen einander!" sagt Herr Lebrecht nach einer schonen Einleitung. Die Belastungszeugen schmelzen schnell zu einer einzigen Person zustimmen, und zwar zur Person jenes Dschemat / Ed di n Alkofti, welcher den Juwelenhandel für Maimoni- ( des etablirt hat. Seine Worte finden sich bei Cafiri *) und lauten, getreu übersetzt, folgendermaßen : „Als Abdalmumen den AU Alkumi, der Jezidide, **) der damalige Herrscher über Afrika und Spanienbekannt chachen ließ, daß Christen Und Juden . . . entweder den Islam anneh- . men oder bei Todesstrafe und Consiscation seine Staaten -verlassen sollten, da that es auch M leid, seine Familie und sein Vermögen aufzugebcn, und er nahm daher äußerlich den Glauben Muhamrned's an, während er heimlich Ungläubiger blieb. So verhielt er sich, bis er Gelegenheit fand, aus Andalusien zu entkommen, und er ging mir seiner Familie nach Fostat (Alt- Kahira^, wo er sich unter den Juden niederließ und wieder öffentlich Jude wurde." Nachdem D sch em a l Ed bi n noch andere Beweise seiner Ungenauigkeit giebt, fahrt er so fort: „Maimonides wurde am Ende seines Lebens noch von einem gewissen A.dul Arab ben Moischa verfolgt. Dieser, aus Andalusien nach Aegypten kommend,, klagte ihn an, daß er in Spanien Moslem geworden sei , und verlangte seine Bestrafung. Allein Add el Rahim ben Ali Alfadel-f) nahm sich des Maimonides an und erklärte, er sei zum Islam gezwungen worden und daher, nicht gebunden, darin zu verharren." Diese Erzählung des Alkofti wiederholt Abulfaradsch wörtlich,-j-f) ohne weitere Bemerkung, da ibm als Christ ohnehin nicht viel daran lag, ob Maimonides Moslem geworden oder nicht. Da nun *) Bihliotlieca Arabico-Hispana I, 294. **) Der erste König der Mohaden. Dies ist der langjährige Gönner des Maimonides, der Wesir und Liebling Saladin'S. Er wird auch Albaisani genannt. -j-s) Abulfaradsch giebt auch bei andern Gelegenheiten die Worte Alkofti'S wieder, den er auch als feinen Hauptführer nennt.