Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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. 22; v . ';,.v Anschaucn der Dinge zu beruhen. Gleichwohl sind wir keineswegs geneigt, solche ctwanigcn Absurditäteil der afrikanischen Juden nicht glauben oder sie gar etwa in Schutz nehmen zu wollen, denn welcher nur irgend vernünftige Mensch kann und wird wohl als ein Apologet solcher unsinnigen Ansichten, sic feien unter Juden oder Christen, auftrcten wollen?) ' ■ ' „Die Juden dort haben einige vortreffliche Eigenschaften, sie sind dienstfertig und menschlich gesinnt, bringen den Tag mit Arbeit und Gebet zu, und lassen ihre Kinder nicht wie die Mauren den ganzen Tag spielen, sondern nehmen sie frühzeitig mit zu ihrem Geschäft. Sie sind von Natur, auch aus Grundsatz mildthätig gegen Alle, namentlich aber gegen ihre Glaubensgenossen. Leider werden diese guten Eigenschaften durch eine unersättliche Habsucht (Folgen früherer Behandlung und Verwahrlosung) in Schatte» gestellt und hicse hat selbst auf ihr Almosen Einfluß, weil sie glauben, daß jedes ihnen zehnfach im Himmel vergolten werde, wo Gott über alle ihre Handlungen Rechnung halte. *) Sinnliche Aus- *) Nach dem Airsspruche Salomes: „Wer sich des Armen erbarmt, der leihet dem Herrn; der wird ihm wieder Gutes vergelten." , (Sprüche Sal. K. 19, V. 17), welchen Vers man doch auch oft , alö Ueberschrift über Almosenbüchsen in christlichen Anstalten antrifft. Bei den Juden gründet sich diese Ansicht zugleich auf den Talmud, welcher erklärt, daß bei Almosengeben die einzige Au snahme Statt finde, eine solche eigennützige Absicht zugleich dabei zu haben, während jede andere Wohlthat und Pflichterfüllung nur aus der-reinsten Absicht und ohne dabei auf. irgend einen 1 Lohn zu rechnen, geschehen müsse. Die Rabbinen führen dabei ein Wortspiel an -*■ nämlich das hebräische Wort: Verzehnten mit dem ähnlichen des Reichwerdens — und äußern, als Aufmunterung zum Wohlthun, wer den Zehnten den Armen gebe, der werde reich, daher das Sprichwort unter vielen Juden: vom Wohlthun und Almosengeben wird man nicht arm. Es gab stets und giebt wohl auch jetzt noch, viele oder manche Juden, die den zehnten Theil ihres Verdienstes oder , ihrer Einkünfte, besonders zur Zeit der Hochzeit ihrer Kinder, nach deren Mitgift,