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Sulamith · 1845-01-01 · Heft 1 · p. Seite 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 1
Date
1845-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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- 23 V ' ■ ' - ■ ■ phweifungen sind dort selten bei veil Juden, noch seltener unter Männern als unter den Frauenzimmern, welche ihre Reize durch üllc Künste der Coquctteric zu erhöhen streben. Ihre Hauptuntcrhaltungcn bei den großen Festen sind Singen und Lanzen und Concerte, wo Männer und Frauen mit einander singen , aber getanzt wird ausschließlich von den Letzter». Die Jüdinnen genießen große Freiheit, und junge Leute beiderlei Geschlechts kommen häufig vor der Hochzeit zusammen. Ein von der Hand des Geliebten, angenommener Ring (in welchem Falle er doch aber vor Zeugen die Worte aussprechcn mußte: „Hierdurch seiest Du mir geehelicht") bindet die Jungfrau sür's Leben, selbst gegen den Willen der Verwandten. Zunge Leute von geringem Ver- - mögen spielen deshalb oft Mädchen aus reichen Familien Ringe in die Hände, weil sie sonst keine Hoffnung haben, die Hand derselben zu erlangen , und so werden die Eltern überrascht und gezwungen, die Tochter hinzugeben oder sie mit großen Summen zurückzukaufen (daß eine Scheidung erfolge). . 7'r;;':' Seit der Besetzung Algiers durch die Franzosen ist eine große Veränderung mit den Juden' vorgegangcn; früher niedergedrückt und darum furchtsam und mißtrallisch, absondern und" zu Almosen und wohlthätigen Zwecken verwandt- Haben. Schreiber diese» kannte sogar jüdische Arme, die von ihrem erhaltenen Almosen den zehnten Theil andern Armen gegeben. Dem sei nun, wie.ihm wolle-, so findet man doch überall vielen Wohlthätigkeikssinn unter den Juden, und gewiß bei Bieten nicht nur in der obigen eigennützigen Absicht.. Wir erinnern uns übrigens, in den Schriften Mendelssohns bei einer Behauptung, daß nämlich selbst das edelste Wohlthun der Menschen aus der eigennützigen Absicht geschehe, seinem Herzensdrange zu genügen und durch die'Befriedigung' diese« Dranges angenehme Gefühle in seinem Innern zu bewirken, irgendwo oon ihm ungefähr die Bemerkung gelesen zu haben: „Wollte Gott, daß viele menschliche Handlungen nur solche eigennützige Absichten zum Grund« haben möchten!" sllebrigens vergl. oben: Maleachi 3, 10.)

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