Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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21 hier auf dem Wege nach dem Grab wird ein Gebet gesungen. (?) Einige alte Männer und ein Rabbiner reichen sich dann dir Hände (?), singen und tanzen (??) um das Grab; einer derselben verläßt den Kreis und wirft kleine Gcldmünzcn aus, so oft die Männer das Grab umkrcis't haben lvielleicht geschieht dieß auch, damit es nachher die Armen aussiichcn sollen). Ist das Gebet zu Ende, so trennen sich die^Sängcr, und die Leiche wird schnell an ihre Ruhestätte "binchgesenkt, denn Ci) sie glauben, der Teufel fei stets bereit, Besitz von dem Tobten zu ergreifen, und während „der alte Herr mit dem Pferdefuß" sie auflicst, vergißt er das Grab, das schnell mit Erde gefüllt wird, r So unglaublich dieß scheint , so ist so etwas doch wohl möglich bei einer Menschcnklassc, die in Afrika, in den Raubstaaten, so lange unter dem fürchterlichsten Drucke lebte und also das Kaba- 7 listischc und Mystische in solchen Fällen, aus Mangel an anderer Belehrung, als etwas Wesentliches betrachtet. Wird ja auch im aufgeklärten Abendlandc jetzt von christlichen Mystikern der Teufel wieder in sein altes Recht eingesetzt, während unter de» europäischen Juden dieses eigentlich unmosaische Wesen immer mehr verschwindet.) Bei den Leichen der. Frauen wird nie dieselbe Vorsicht gebraucht, denn sic sagen, Saran versuche nie sich derselben zu bemächtigen, Mb solches aus Galanterie gegen das schöne Geschlecht, oder aus Geringschätzung gegen dasselbe geschieht, darüber sagt uns Herr Blomficld nichts.) Es ist nicht unwahrschcinlich, daß die Rabbiner (? wahrscheinlich die armen Leute, denn cs ist bekanntlich eine jüdische Sistc^ böl^veerdignngcn den Armen zu spenden) nachher kommen? und die Geldstücke auflesen, was die närrische Sitte erklären mag." (Fast die meisten Bcurthcilungcn, Ansichten und Schilderungen solcher religiösen jüdischen Gebräuche von christliche», besonders englischen Reisenden, pflegen übrigens, selten der Sache angemessen zu /ein, und vielmehr oft auf Hörensagen oder aus Mangel an tieferer Sachkcnntniß, auf unrichtigem