Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 schon zu eikcnncn gegeben, daß der berührte Vorwurf sie nicht mehr treffen kann; und sie würden unbedenklich dessen Grundlosigkeit noch praktischer datthun, wenn das ungebührliche Benehmen, der Letztem .sie nicht daran hinderte, was auch von dem Hm. Prof. Krug gerügt wird, indem er ganz richtig bemerkt: „Za, es würde dies noch häufiger der Fall sein, wenn nicht viele Christen dies Zusammentreffen absichtlich vermieden, oder sich das Ansehen gäben, als erzeigten sic den Juden eine besondere Gnade, wenn sie dieselben einladen oder deren Einladungen annehmen." Ein Vcrhältniß. welches die schon von Manchem gemachte Erfahrung bestätigt, daß wir Deutschen christlichen Glaubens noch länge nicht auf der-Stufe der Kultur und Bildung stehen, als wovon täglich so viel geprahlt und gerühmt -wird."*); Die Ursache, warum noch viele Christen sich feindliche Gesinnungen , ein grobes Verfahren gegen die Israeliten zu Schulden kommen lassen , möchte wohl in den noch geltenden Gesetzen anzutreffcn sein, als: die allgemeinen dcut- .*) Die Erfahrung lehrt hinlänglich , daß der Einwand, die Juden könnten in Deutschland nicht emancipirt werden, weil sie nicht von allen Speisen an christlichen Tischen essen, nur ein leerer Vorwand ist, denn schon seit 50 bis 60 Jahren giebt es viele " Juden — und jetzt ist ihre Zahl Legion — welche die jüd. Speisegesetze nicht beobachten, und dennoch sind die Juden in Deutschland nicht allein nicht emancipirt, sondern in verschiedenen deutschen Ländern sind die Rechtsbeschränkungen für sie noch nicht aufgehoben. Dies beweist doch wohl klar, daß die Staatsregierungen auf das Essen und Trinken der Juden, in Betreff deren Emancipation durchaus keine Rücksicht nehmen , denn auch diejenigen Juden, welche in christlichen Speisehäusern und sonst, die jüd. Speisegesetze nicht achtend, wacker mitessen, können doch in Deutschland — Churhessen ausgenommen — eben so wenig wie ihre strenggläubigen Glaubensgenossen, auch nur die mindeste Staatsstelle, ja nicht einmal einen unbedeutenden Rachtwächterdienst, erhalten, bloß weil man sie allefammt als Juden betrachtet.; <