Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 456 (sequence 138)
- Language
- German
- Belongs to
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456 Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik Auf landwirtschaftlichem Gebiet wird sich freilich kaum etwas ändern. Doch ist hier, der größeren Selbstäm digkeit des einzelnen Betriebes wegen, die Sabbathruhe ohnehin leichter durchzuführen. Alles in allem wäre zu sagen: Wenn der Sabbath seinen Platz in der Woche behält, so werden zwar mit der Fünftagewoche nicht alle Sorgen behoben sein, aber es werden doch so wesentliche Schwierigkeiten in Fortfall kommen, daß man an^ nehmen möchte, daß eigentlich jeder, der sonstinder Wirtschaft seinen Mann steht, ein Betätigungsfeld finden wird, auf dem es ihm möglich ist, das, was ihm im Prinzip heilig ist, auch im Leben zu bewähren. Völlig verändert aber wird die Situation, wenn durch Einfügung von Blankotagen das System des Kalenders durchlöchert wird und der Sabbath seinen Platz in der Ordnung der bürgerlichen Woche alljährlich wechselt. Dann fallen freilich auch mal Sabbath und Sonntag zu^ sammen, und in einem solchen Jahre kann der Schäumer Schabbos gewiß zufrieden sein, und ebenso oft kommt es vor, daß der Sabbath — wie es bisher immer gewesen ist — auf Sonnabend fällt, und dann würde die Fünftage* woche den immer noch recht befriedigenden Zustand schaffen, den wir oben dargelegt haben, in der Mehrzahl der Jahre aber scheint die Lage hoffnungslos. Doch kommt das Unglück nicht von der Fünftagewoche her, vielmehr ist es das Wandern des Sabbath, daß die Situ* ation so außerordentlich verschärft. Denn so schwer auch heute die Beobachtung des Sabbaths ist, es ist immer noch leichter, ein für allemal auf den letzten Geschäftstag der Woche zu verzichten, als sich in jedem Jahre auf einen anderen, die Arbeitswoche zumeist unterbrechenden Feiertag einstelJen zu müssen. Das muß zumal im Groß^ handel, wo jede Unterbrechung des Geschäftsganges ganz