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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 455

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 455 (sequence 137)
Language
German
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Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik 455 neten Geschäfte anzukommen, wenn ihm die Herabsets zung der wöchentlichen Arbeitsstundenzahl die Möglich* keit bietet, sein Arbeitspensum in 5 Tagen zu absolvieren. Allein auch hier bleiben noch Schwierigkeiten genug. Für den Einzelhandel haben wir also wenig Hoffnung. Doch wie die Verhältnisse heute liegen, dürfen wir zu* frieden sein, wenn wir uns wenigstens in den anderen Wirtschaftsgebieten frei entfalten könnten. Es wäre zumal von den glücklichsten Folgen, wenn der gesamte Bü* roverkehr am Sabbath ruhte und der religiöse Kaufmann im Großhandel eine Stätte ungestörter Tätigkeit finden würde. Dann gäbe es auch kein Problem des sabbath* treuen Angestellten mehr, und überall, wo man dem Juden wohlgesinnt ist, wird man auch den Schäumer Schabbos gern einstellen — natürlich nach Maßgabe der freien Ar* beitsplätze. Für Polen ebenso wie für die Vereinigten Staaten wäre auch die industrielle Fünftagewoche von größter Be* deutung. Der Unternehmer kann sich freilich auch heute den Schwierigkeiten der Sabbathheiligung entziehen, in* dem er sich mit einem nicht jüdischen Gesellschafter associiert, *a er kann unter bestimmten Voraussetzungen, wie wir oben dargelegt haben, auch gegen die herrschende Ordnung als einzelner seinen Betrieb auf 5 Arbeitstage einstellen, — ist aber erst die Fünftagewoche allgemein, so fallen alle Probleme für ihn fort. Doch tiefgreifender und folgenschwerer ist die Veränderung für den Arbeitnehmer. Heute auf einen kleinen, immer mehr zusammen* schrumpfenden Kreis von Betrieben angewiesen, werden sich ihm dann viele Türen öffnen, und er brauchte nur darauf zu achten, daß er am Freitag*Nachmittag die Ar* beit zur rechten Zeit beendet. Er fände selbst in den Fabriken Platz, die nach Ford’schem Muster 6 Tage un* unterbrochen arbeiteten, aber den einzelnen Arbeitern abwechselnd einen Tag in der Woche frei gäben, — er wählte eben den Sabbath zu seinem Feiertage.

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