Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 454 (sequence 136)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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454 Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik Durchführung des einen Ruhetages bereitet hat und heute noch bereitet. V. Wenngleich die vorstehenden Betrachtungen nur ein unklares Bild von den Möglichkeiten zukünftiger Ent* wicklung vermitteln, so können wir uns doch jetzt eine ungefähre Vorstellung davon machen, was der Schäumer .Schabbos von der fünftägigen Arbeitswoche zu erhoffen hat. Wir setzen dabei zunächst den Fall, daß der Sab* bath seinen festen Platz im Gefüge der Woche behält, daß also alle Erleichterungen, die den letzen Tag der bürger* liehen Woche treffen, dem Sabbath zugutekommen. Unter dieser Voraussetzung dürfen wir in der Tat erwarten, daß die wirtschaftliche Lage des Schäumer Schabbos eine we* sentliche Besserung, ja mehr: eine grundlegende Umge* staltung erfahren wird, aber wir können nicht damit rechnen, daß nun alle Schwierigkeiten fortfallen werden, weil eben die Fünftagewoche notwendigerweise Stückwerk bleiben wird — ganz abgesehen von dem besonderen Problem des Freitag*Abend und von den Sorgen, die die Festtage dem religiösen Geschäftsmann bereiten. Insbesondere im Einzelhandel dürfte die Sabbath* heiligung auch in Zukunft außerordentlich schwierig sein. Zwar ist es möglich, daß durch vorzeitigen Ladenschluß eine Entlastung des Sonnabends eintritt, aber der Fort* fall der Sonnabendnachmittagstunden bringt dem sabbath* treuen Händler in den Wintermonaten einen neuen Nach* teil, und überdies wird der Sonnabendvormittag an Be* deutung gewinnen und, falls die Lohnzahlung auf Freitag gelegt wird — wenn die Fabriken bereits am Freitag die Arbeitswoche beschließen, so liegt das ja nahe —, wo* möglich noch der Freitag*Abend zur Hauptgeschäftszeit werden. Alles das ist für den Schäumer Schabbos wenig günstig. Nur der sabbathtreue Angestellte wird es unter Umständen leichter haben, in einem am Sabbath geöff*