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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 445

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 445 (sequence 127)
Language
German
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Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik 445 bessere Ergebnisse zu erzielen als andererorts mit 48 Stunden. So könnte ein kleiner Kreis von Fünftagebetrieben aus der Krise hervorgehen, der sich im Laufe der Zeit er* weiterte, bis dann vielleicht nach 10 oder 20 Jahren — wenigstens zu einer Zeit, wo die Produktivkräfte so reich entfaltet sind, daß man die Folgen einer allgemeinen Ar? beitszeitkürzung nicht zu fürchten brauchte—die Fünftage? woche zu einer universellen Einrichtung geworden ist. So immerhin könnten sich die Dinge entwickeln. III. Die fünftägige Arbeitswoche wird in Amerika zu? meist in der Weise gehandhabt, daß die Produktion je? weils auf fünf Tage der Woche konzentriert und für die übrigen zwei Tage stillgelegt wird. In dieser Form steht sie in diametralem Gegensatz zum russischen Arbeitszeit? System. Hier ist nicht die Arbeitswoche, sondern die Ge? samtwoche auf fünf Tage reduziert- Dabei gelten alle Tage der Woche als Arbeitstage, und die Produktion läuft ununterbrochen. Einen allgemeinen Ruhetag gibt es überhaupt nicht mehr, nur die einzelnen Arbeiter erhalten abwechselnd einen Tag (nicht zwei Tage!) in der Woche frei, so daß nur immer vier Fünftel der Arbeiter im Dienst sind. Demnach hat die Woche für den einzelnen Arbeiter, aber auch für diesen, vier Arbeitstage und einen Ruhetag oder richtiger arbeitsfreien Tag. So ist es jedenfalls im Prinzip, in Wirklichkeit liegen die Dinge komplizierter; denn neben der fünftägigen Woche spielt die sechs? und siebentägige noch eine ganz wesentliche Rolle. Sie gilt grundsätzlich für alle Bau- und Saisonarbeiter sowie für Betriebe, die für die Vornahme von Ausbesserungs? und Aufräumungsarbeiten zwei oder drei Tage im Monat still? gelegt werden müssen, und unter Umständen wird die „Woche“ noch länger ausgedehnt, je nachdem, wie es den Bedürfnissen des einzelnen Betriebes entspricht. Es gibt Werke, in denen die Arbeiter dreißig Tage, zuweilen

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