Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 441 (sequence 123)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik 441 zeichnete Gegensatz, wie bereits erwähnt,besonders deutlich in der unterschiedlichen Behandlung der Lohnfrage zum Ausdruck kommt; denn für die gegenwärtige Arbeitsstreckung kommt ein Lohnausgleich, wie er sonst den x\rbeitern bei Einführung der Fünftagewoche gewährt wird, nicht in Betracht. Das Lohnmotiv ist aber in diesem Zusammenhang nicht nur deshalb von Be* deutung, weil es den Gegensatz zwischen den beiden Arten der Arbeitszeitkürzung schlaglichtartig beleuchtet, es trägt auch selbst dazu bei, diesen Gegensatz zu ver* schärfen; denn eine Lohnminderung führt zu einer Ver* schlechterung der Lebenshaltung und beeinträchtigt wie* derum die Leistungsfähigkeit, die im anderen Falle eine Förderung erfährt. Im übrigen ist der Schäumer Schabbos an der vor* übergehenden Einführung der Fünftagewoche nur wenig interessiert. Aber es ist zu überlegen, ob nicht aus der als Notmaßnahme gedachten Einrichtung eine dauernde In* stitution werden könnte. Dieser Gedanke liegt insbeson* dere nahe, wenn man die Arbeitslosigkeit nicht für ein vorübergehendes Übel, sondern für eine chronische Krankheit hält. So wird in der Tat behauptet, daß der technische Fortschritt, indem er immer mehr Arbeit überflüssig mache, in steigendem Maße Arbeitslosigkeit erzeuge und uns so vor die Alternative stelle, entweder mehr und mehr Menschen aus dem Produktionsprozeß auszuscheiden oder aber die Arbeitszeit kontinuierlich herabzusetzen. Wenn diese Argumentation, die in der De* batte um die Fünftagewoche schon seit langem eine Rolle spielt, den Tatsachen entspräche und demzufolge die Arbeitslosigkeit, um deren Überwindung wir heute ringen, weniger konjunkturell als vielmehr strukturell be* dingt wäre, dann müßte in der Tat angenommen werden, daß die neue Arbeitswoche, einmal eingeführt, sich ver* ewigt. Doch die Dinge liegen anders! Wenn im Ge*