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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 440

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 440 (sequence 122)
Language
German
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44° Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik menten, sondern auch Produzenten. Je geringer also die Bevölkerung, desto geringer das Arbeitsangebot. Das mag in Krisenzeiten ein Vorzug sein, bedeutet aber für die Dauer, ganz abgesehen von politischen, kulturellen und religiösen Erwägungen, auch ökonomisch eine Ge* fahr. Es kann nämlich der Fall eintreten — und darauf haben ernste Bevölkerungspolitiker wiederholt hingen wiesen (Mombert) —, daß eines Tages die Menschen fehlen, um neue technische und wirtschaftliche Möglich* keiten auszunutzen, und dann wäre eine kurze Arbeits* zeit ein doppeltes Übel. Wir haben also mit einer ganzen Reihe von Unbe* kannten zu rechnen, die die Lösung der Aufgabe außer* ordentlich erschweren. Aber selbst wenn wir zu einem negativen Ergebnis gelangten, so würde das doch nur be* sagen, daß die Fünftagewoche von der ökonomischen Seite allein nicht begründet werden kann. Das führt uns auf die Bedeutung des kulturellen Motivs, dem wir ein besonderes Kapitel widmen werden. III. Einfacher sind die unmittelbaren Folgen einer als Krisenmaßnahme aufgezogenen Arbeitszeitkürzung zu übersehen. Die Beschränkung der Arbeitszeit auf 5 Tage kommt in diesem Betracht einer Arbeitsstreckung gleich. Der einzelne Arbeiter leistet ziemlich V6 weniger, und es werden entsprechend um 1 /5 mehr Arbeiter benötigt, um das Minus auszugleichen. Das wird auch nicht bezwei* feit, und die öffentliche Diskussion geht der Zeit nur um die allgemeine Durchführbarkeit und Zweckmäßigkeit einer solch radikalen Aktion. Darauf kann füglich im Rahmen dieser Arbeit nicht eingegangen werden; die Dinge sind auch in der Tagespresse zur Genüge erörtert worden. Uns kommt es vor allem darauf an, den Unterschied zwischen der Fünftagewoche als Krisenmaßnahme und als grundsätzlicher Einrichtung klar herauszuarbeiten. Daher wollen wir nur noch daran erinnern, daß der ge*

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