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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 439

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 439 (sequence 121)
Language
German
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Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik 439 anderen Ländern schon ins Gewicht fallen. Im übrigen hängt alles von der Zukunft ab. Wenn sich der tech* nische und wirtschaftliche Fortschritt in dem rasenden Tempo der letzten 100 und 150 Jahre fortsetzt, wenn es wahr ist, was die Optimisten sagen, „daß die Grund* kräfte, die die Entwicklung bis hierher getrieben haben, da sind, weiter wirken, in sich die Tendenz haben, die Riesenleistung des letzten Jahrhunderts nicht nur noch einmal zu leisten, sondern sie zu potenzieren, sie zum Vielfachen zu treiben“ (Hirsch), dann wird es gewiß dahin kommen, daß wir auf etwas Mehr oder Weniger an wirt* schaftlichen Gütern nicht zu achten brauchen, und es wäre nur die Frage, wann es so weit sein wird. Doch wie verführerisch es auch ist, die Zukunft in hellen Farben zu malen — es gibt immer noch eine zweite Be* trachtungsweise, und ein so hervorragender Volkswirt wie S o m b a r t sieht in striktem Gegensatz zu der skiz* zierten Auffassung in der abgelaufenen Wirtschafts* epoche „in jeder Hinsicht eine Episode“, deren Charakter durch das „Zusammentreffen nie wiederkehrender Er* eignisse“ bestimmt war, und prophezeit demgemäß das „Aufhören der sprunghaften Entwicklung und vor allem des stürmischen Vorwärtsdrängens“. Sollen wir uns deshalb beunruhigen? — Das hängt noch von einer anderen Frage ab, die wir hier kurz an* schneiden, nämlich der Bevölkerungsfrage. Je schneller das Tempo der Bevölkerungsentwicklung, desto stärker sind wir an der Erweiterung des volkswirtschaftlichen Produktionsapparates interessiert, und desto größere Fortschritte müssen erzielt werden, um die Menschheit zu ernähren. Umgekehrt kann sich eine stagnierende oder gar abnehmende Bevölkerung auch innerhalb eines engeren Nahrungsspielraums entfalten. Nun tendiert die Bevölkerungskurve ja in der Tat nach unten. Allein das weckt wieder Bedenken in der entgegengesetzten Rieh* tung. Die Menschen sind ja schließlich nicht nur Konsu*

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