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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 438

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 438 (sequence 120)
Language
German
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438 Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik rückgang überhaupt nicht in die Erscheinung treten würde; denn was wir für den Einzelunternehmer festge* stellt haben, daß nämlich die Folgen der Arbeitszeit* kürzung durch technische und organisatorische Verbesse* rungen verdunkelt werden, das gilt in noch höherem Maße von der Gesamtwirtschaft. Die Technik ist in unaufhörlichem Fortschreiten, und von Jahr zu Jahr steigt die Ergiebigkeit der menschlichen Arbeit, steigt in dem Maße, daß in immer kürzerer Arbeitszeit immer größere Leistungen vollbracht werden. Damit ist aber die Wirk* samkeit der Arbeitszeitkürzung nicht ausgeschaltet; denn die stärksten Faktoren, die einem Produktionsrückgang entgegenarbeiten, sind ja von jener unabhängig. Die Technik schreitet vorwärts, gleichgültig, wie die Arbeits* zeit geregelt wird, und obschon ihre Kraft so stark ist, daß sie die eventuell ungünstigen Wirkungen, die von der Arbeitszeitkürzung ausgingen, doppelt und dreifach über* kompensieren würde, — der Wohlstand der Welt würde möglicherweise noch höher steigen, wenn die Arbeitszeit die alte bliebe. Ist nun die Arbeitszeitkürzung um dessentwillen un* bedenklich, weil ihre Wirkung nach außen nicht in die Erscheinung tritt? Oder sind wir vielleicht an der Vermehrung der Gütererzeugung so stark interessiert, daß wir auch nur eine Verlangsamung im Tempo des wirt* schaftlichen Fortschritts nicht hinnehmen möchten? — Diese Frage ist nicht für alle Länder in gleichem Sinne zu beantworten. Der Reichtum der Völker ist verschie* den, und so muß auch ein Verlust, genauer der Verzicht auf die volle Ausnutzung der wirtschaftlichen Kräfte ver* schieden wirken. Auch ist zu beachten, daß die wirt* schaftliche Konstellation die ärmeren Völker zwingt, den Mangel an Kapital durch umso intensivere Arbeitslei* stung auszugleichen, damit sie nicht vor der Konkurrenz der anderen Völker erdrückt werden. Kurz, ein Ausfall, der vielleicht in Amerika kaum gespürt wird, mag in

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