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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 437

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 437 (sequence 119)
Language
German
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Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik 437 hat, und mag man darüber streiten, ob wir in die Agi* tation eintreten sollen, ob wir insbesondere den Gedan* ken der Fünftagewoche auch in der nicht jüdischen öffent* lichkeit propagieren sollen, ja mag man bezweifeln, ob dieser Gedanke mit der in der Thora vorgesehenen Wocheneinteilung — 6 Arbeitstage und 1 Ruhetag — prinzipiell überhaupt vereinbar ist, und mag man selbst in Frage ziehen, ob die ganze Bewegung in einer Richtung verlaufen wird, die uns zum Segen gereicht — was die Tat betrifft, die praktische Durchführung der neuen Arbeitswoche, so sind wir berufen, an der Spitze zu marschieren, nicht auf Grund theoretischer Überles gung,, nicht auf Grund politischer Berechnung, sondern in selbstverständlicher Erfüllung des Sabbathgesetzes, daß uns nun einmal, im Verein mit dem ihm freilich wesens* fremden Sonntagsgesetz, dazu anhält, unsere Wirtschaft auf 5 Arbeitstage einzustellen. II. Für die Fünftagewoche als gesamtwirtschaftliche Institution — auch als solche zunächst unter der Voraus* Setzung normaler wirtschaftlicher Verhältnisse betrachtet — erhalten wir jedoch ein anderes Bild; denn eine Reihe von Faktoren, die in den bekannten Fällen den Erfolg der neuen Arbeitszeitregelung entschieden haben, würden ja fortfallen, wenn die Fünftagewoche eine universelle Ein* richtung wäre. Ob aber die verbleibenden Faktoren stark genug wären, den Ausfall an Arbeitsstunden vollkommen wettzumachen, ist nach dem Gesagten doch recht zweifelhaft. Es muß also schon unterstellt werden, daß von der Fünftagewoche eine Tendenz ausgeht, die auf die Produk* tion mindernd wirkt. Aber diese Tendenz ist nur schwach, und die Produktionsminderung würde wesentlich gerin* ger ausfallen als die Reduktion der wöchentlichen Arbeits* Stundenzahl. Daran jedenfalls kann nach Obigem kein Zweifel mehr sein. Es darf aber darüber hinaus ange* nommen werden, daß nach außen hin ein Produktions*

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