Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 430 (sequence 112)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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43° Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik soll. Er findet vielmehr seine beste Erholung, wenn er einen Teil der Freizeit zu einer nützlichen Betätigung ver* wendet, die seiner persönlichen Neigung entspricht; denn die freie Entfaltung der geistigen und körperlichen Kräfte ist das beste Gegengewicht gegen die mechanisierte, den menschlichen Organismus einseitig belastende Fabrik* arbeit. All diese Fragen sind natürlich in erster Linie kultureller Natur und werden uns in anderem Zusammen* hange noch beschäftigen. Daß aber auch der Wirtschaft* liehe Erfolg der neuen Arbeitswoche durch sie bedingt ist, darf nicht übersehen werden. 4. Auch die Betriebe sind verschiedenartig, und die gleichen Menschen, an die gleichen Maschinen gestellt, leisten in verschiedenen Betrieben Ungleiches. 5. Von allen diesen Verschiedenheiten abgesehen — selbst für konkrete Einzelfälle, für ganz bestimmte Be* triebe mit bestimmten Arbeitsmethoden und bestimmtem Arbeitermaterial, stehen keine ausreichenden Erfahrun* gen zur Verfügung und sind auch niemals zu gewinnen. Es handelt sich ja auch nicht darum, das Ergebnis eines Tages, einer Woche, einer Saison, auch nicht einer Bilanz* Periode zu erfassen, sondern wir brauchen Lebensergebnisse; denn es ist von entscheidender Bedeutung festzu* stellen, wie die Arbeitszeitkürzung die Lebensdauer der Arbeitskräfte beeinflußt. Den Einzelunternehmer, der den abgewirtschafteten Arbeiter ohne weiteres durch eine frische Kraft ersetzt, interessiert das natürlich weniger, weshalb denn auch das bezeichnete Moment in der ge* samten Interessentenliteratur unbeachtet bleibt. Volks* wirtschaftlich gesehen ist es aber von außerordentlicher Wichtigkeit, wie lange die Menschen arbeitsfähig bleiben und wann sie von der Allgemeinheit erhalten werden müssen. 6. Selbst wenn wir darauf verzichteten, die ganze Aufgabe zu lösen, und uns damit begnügten, den Einfluß