Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 427 (sequence 109)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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42/ Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik einen wohltuenden Einfluß auf die Leistungsfähigkeit der Arbeiter ausüben und insbesondere dazu beitragen würde, die Arbeiter länger leistungsfähig zu erhalten- Aber damit ist die ökonomische Zweckmäßigkeit der Fünftagewoche noch nicht bewiesen. Wie hoch man auch in kultureller Beziehung die Schonung der menschlichen Kraft veranschlagen mag, für den Volkswirt gilt es fest* zustellen, daß jene Kraft nun auch in einer Weise gestärkt wird, daß in der kürzeren Arbeitszeit insgesamt mehr oder doch nicht weniger geleistet wird als in der längeren alten. Die Arbeiter haben das ja immer behauptet, bis ihnen in jüngster Zeit die immer bedrohlicher werdende Arbeitslosigkeit eine andere Einstellung nahelegte. Wir haben auch bereits auf ein Moment hingewiesen, das diesen Widerspruch zu mildern geeignet ist, aber ihn auf* zulösen wird schwerlich gelingen. Es ist nämlich in der Tat an der Zeit, die alte Lehre von der Arbeitsintensiv vierung durch Arbeitszeitverkürzung, wenn auch nicht umzustoßen, so doch genauer zu präzisieren; denn in ihrer klassischen Form gilt sie nur innerhalb be* stimmter Grenzen. Gewiß, als es sich einst darum handelte, Arbeitszeiten von 14, 15 und 16 Stunden täglich zu reduzieren, da mochte eben nur böser Wille oder blödes Vorurteil daran zweifeln, ob die Herabsetzung dieser unsinnigen Arbeitszeiten wirtv schaftlich tragbar sei; denn ein Übermaß von Arbeit zerstört die Kraft des Menschen, sodaß schließlich trotz der langen Dauer nichts Rechtes herauskommt, und hier ist eine Herabsetzung nicht nur nicht von Übel, sondern auch ökonomisch ein unbestreitbarer Gewinn. Wenn man in die jüngere Vergangenheit zurückschaut, so könnte man auch die Beseitigung des zehnstündigen Arbeitstages als einen ökonomischen Fortschritt bezeichnen; denn die mov dernen Arbeitsmethoden bedingen in noch viel höherem Maße eine vorsichtige Beschränkung der Arbeitszeit. Erst recht aber wird man in der Innehaltung eines wo*