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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 426

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 426 (sequence 108)
Language
German
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426 Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik Die beiden letzgenannten Faktoren sind es, die sich erst nach längerer Zeit auswirken und demzufolge auf die Arbeitszeitkürzung als vorübergehende Maßnahme nur geringen Einfluß haben. Ihre Bedeutung ist auch sonst verschiedenartig und von der konkreten Form der Ar* beitsgestaltung abhängig. Eine besondere Note erhalten sie in den nach modernen Prinzipien rationalisierten Pro* duktionsbetrieben; denn hier sind ja dem Arbeiter nur mehr eine kleine Zahl genau vorgeschriebener, sich gleichmäßig wiederholender Bewegungen überantwortet, die er tagaus, tagein, jahraus, jahrein, immer in der gleichen Weise, immer in der gleichen Stellung und immer in dem gleichen anstrengenden Tempo (laufendes Band!) aus* führt, wobei er auch immer die gleichen Muskeln und immer die gleichen Nerven anspannt, während im übrigen Körper und Geist verkümmern. Die psychologischen und kulturellen Probleme, die sich hieraus ergeben, werden uns noch später beschäftigen. Hier interessiert zunächst das physiologische Problem der Ermüdung und Er* Schöpfung, das eben durch den mechanischen Charakter der Arbeit und die hiermit verbundene einseitige Be* lastung des menschlichen Organismus eine besondere Zu* spitzung erfährt. Allerdings ist die industrielle Arbeit nicht immer in der gezeichneten Weise gestaltet und wird auch beispielsweise in der Montanindustrie niemals in diesem Maße mechanisiert werden können. Aber dafür wird hier die Arbeit unter äußeren Bedingungen geleistet, die ernste Gefahren für Leben und Gesundheit der Ar* beiter mit sich bringen, Gefahren, gegen die es schließlich nur ein durchschlagendes Mittel gibt: die weitgehende Be* schränkung der Arbeitszeit. Auch in den Fabriken gibt es zahllose Arbeitsprozesse, die durch erhöhte Temperatur, giftige Gase, Staubentwicklung, ohrenbetäubenden Lärm u. dgl. in besonderem Maße gesundheitsschädigend wirken. Es darf also schon angenommen werden, daß die grundsätzliche Beschränkung der Arbeitszeit auf 5 Tage

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