Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 423 (sequence 105)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik 423 über sechs Tage erstreckt. Doch hängt das im Einzelfall von der besonderen Gestaltung der Arbeit ab, und auch der Gebrauch, den der Arbeiter von seiner freien Zeit macht, ist nicht ohne Bedeutung. Im übrigen ist eine Arbeitszeitregelung, die die 48*Stundenwoche in fünf Tagen absolvieren will, in den meisten Völkerbunds* Staaten durch gesetzliche Bestimmungen behindert — nicht ganz zu Recht, denn es gibt Fälle, in denen eine Arbeitszeit von 9Vi> Stunden täglich durchaus tragbar erscheint, sofern die Zahl der wöchentlichen Arbeits* stunden eingehalten wird, und zumal wenn der Arbeiter die zweitägige Freizeit zu einem Aufenthalt in der Natur benutzt, braucht man eine Überanstrengung wegen des höheren Maßes der täglichen Arbeit nicht zu fürchten. Im allgemeinen aber liegt es im Wesen der fünftägigen Arbeitswoche, daß sie die Zahl der wöchent* liehen Arbeitsstunden verringert. Unter den heutigen Umständen, als Mittel zur Behebung der Arbeitslosigkeit, hätte sie auch anders keinen Sinn. Aber auch in besseren Jahren wurde in Amerika zumeist nur ein Teil der Sonnabendstunden auf die anderen Tage umgelegt, obwohl eben dort einer längeren Ausdehnung der täglichen Arbeitszeit gesetzliche Hemmungen nicht im Wege stehen. So ist die Problematik der Fünf* tagewoche mit dem Problem der Arbeitzeitkürzung auf das engste verknüpft, und ein gut Teil der Fragen, die uns hier beschäftigen, hat in dem Kampf um die Arbeits* zeit schon immer eine Rolle gespielt und in der volks* wirtschaftlichen Literatur sowohl als auch in einer statt* liehen Reihe jüngerer arbeitsphysiologischer Forschungen einen reichen Niederschlag gefunden. Das gilt vor allem für jene Frage, die die Voraussetzung für die Be* urteilung einer jeden Arbeitszeitregelung ist, nämlich die Frage nach dem Verhältnis von Arbeitszeit und Arbeits* leistung. Sie soll uns zunächst beschäftigen. Die aufgeworfene Frage ist außerordentlich kompli*