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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 422

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 422 (sequence 104)
Language
German
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422 Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik der immer bedrohlicher werdenden Arbeitslosigkeit haben in den letzten Monaten eine stattliche Zahl von Be* trieben und teilweise ganze Industrien die Fünftagewoche eingeführt, jedoch in der erklärten Absicht, bei einer Besserung der Konjunktur wieder zur alten Arbeitszeit zurückzukehren. Daß aber auch durch diese vorüber* gehenden Maßnahmen die auf die allgemeine und grund* sätzliche Durchführung der Fünftagewoche gerichtete Be* wegung gestärkt wird, leuchtet unschwer ein. Ungeachtet ihrer zunehmenden Ausbreitung steht die Fünftagewoche noch auf experimenteller Grundlage. Das beweist schon die Uneinheitlichkeit der Entwicklung, das verwirrende Nebeneinander von vorübergehender und dauernder Einrichtung. Umso schwerer ist es, über die Fünftagewoche etwas Sicheres und Allgemeingültiges zu sagen, umso verlockender aber, sich in ihre Problematik zu vertiefen. II. Die Fünftagewoche ist ein ökono* misches, kulturelles, e t h i s c h * r e 1 i g i ö s e s , soziales und politisches Problem. Jeder einzelne Gesichtspunkt hat seine Bedeutung, und der Versuch, die Fünftagewoche von einer Seite allein zu begründen, muß mißlingen. Dessen ungeachtet ist die ökonomische Betrachtung Ausgangs* und Zielpunkt der Erörterung, denn schließlich ist doch die Fünftagewoche eine wirtschaftliche Einrichtung und muß als solche ge* rechtfertigt werden. Deshalb sollen auch unsere ersten Überlegungen den wirtschaftlichen Fragen gelten. Am einfachsten scheinen die Dinge dort zu liegen, wo die neue Arbeitswoche die Gesamtzahl der wöchent* liehen Arbeitsstunden unberührt läßt. Hier wäre nur zu überlegen, daß die gleiche Arbeitszeit, auf fünf Tage verteilt, anstrengender wirkt und womöglich einen geringeren Ertrag bringt, wenn sie sich

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