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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 420

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 420 (sequence 102)
Language
German
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420 Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik Von der allgemeinen Bewegung für die Fünftage* woche ist die auf besonderen Motiven beruhende Aktion zu scheiden, die eben in diesen Monaten so eifrig betrie* ben wird. Bei dieser handelt es sich um eine Krisenmaß* nähme, um eine zeitbedingte Einrichtung zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit, bei jener um eine grundsätzliche und dauernde Änderung des Arbeitsverhältnisses. Dennoch ist beides miteinander verknüpft, und wenn auch heute die Gewerkschaften eine vorübergehende Maßnahme fordern, letzten Endes sehen sie in ihr doch nur eine Etappe in ihrem unermüdlichen, sich über Jahrzehnte erstrecken* den Kampf um die kontinuierliche Herabsetzung der Arbeitszeit. Grundsätzlich aber möchten wir die gegenwärtige Aktion von der allgemeinen Entwicklung, den sie trei* benden Kräften und den sie begleitenden politischen und wissenschaftlichen Diskussionen trennen, schon deshalb, weil die Grundmotive verschieden sind. Hier heißt es: Kürzt die Arbeitszeit, weil dann mehr Arbeiter zur glei* chen Arbeitsleistung benötigt werden! Dort lautet die Begründung, daß im Gegenteil die gleiche Arbeiterzahl in der kürzeren Arbeitszeit vermöge stärkerer Arbeitsinten* sität ebensoviel leiste oder doch genügend, um die Menschheit zu versorgen. Dieser Gegensatz kommt ins* besondere auch in der unterschiedlichen Behandlung der Lohnfrage zum Ausdruck. Während nämlich sonst sie Stundenlöhne heraufgesetzt wurden, wenn im Zusam* menhang mit der Einführung der Fünftagewoche die Zahl der wöchentlichen Arbeitsstunden herabgesetzt wurde, kommt ein solcher Lohnausgleich unter den heutigen Umständen grundsätzlich nicht in Frage. Losgelöst von der gegenwärtigen Krise ist nur in Amerika eine Tendenz zur Umstellung auf die Fünftage* woche aufzuweisen. Auch hier freilich steckt die Ent* Wicklung noch in den Anfängen. Die American Federa* tion of Labour schätzte im Frühjahr 1930 die Zahl der in

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