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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 417

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 417 (sequence 99)
Language
German
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Di*? fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik 417 Wenn wir in Folgendem zu den angeschnittenen Fragen Stellung nehmen, so liegt es nicht in unserer Absicht, den Instanzen des Verbandes in ihrer Entscheidung vorzugreifen, aber sie vorzubereiten erscheint uns dringend geboten. Denn die fraglichen Probleme können nur dann gelöst werden, wenn sie zuvor klar erfaßt sind. In dieser Beziehung hat der Kongreß nicht ganz befrie* digt; die Vorstellungen blieben verworren, und so wurden Hoffnungen geweckt, die über das berechtigte Maß hin* ausgehen, aber auch wieder Besorgnisse erregt, die in den Tatsachen nur eine schwache Begründung finden. Soll nunmehr die Diskussion mit größerem Erfolge fortge* setzt werden, so ist es zunächst einmal notwendig, die Probleme aufzudecken, die die Institution der fünftägigen Arbeitswoche in sich schließt. Daneben gilt es zu zeigen, wie sich die Dinge bisher praktisch gestaltet haben, und was von der zukünftigen Entwicklung erwartet werden darf. Erst dann kann die Frage erörtert werden, wie sich die sabbathtreue Judenheit den neuen Bestrebungen gegenüber verhalten soll, ohne aber daß es heute schon möglich wäre, etwas Bestimmtes und Abschließendes zu sagen. I. Die fünftägige Arbeitswoche ist dem thoratreuen Juden schon seit langem ein vertrauter Begriff. Denn überall, wo man uns die Sonntagsruhe aufgezwungen hat, arbeiten auch wir nur 5 Tage in der Woche in dem spezifischen Sin* ne, daß wir nur 5 Tage unserem Erwerbe nachgehen, was nicht hindert, daß wir die beiden arbeitsfreien Tage un* gleich behandeln und nur den einen als Ruhetag halten und wahren, während der andere, der bürgerliche „Ruhe* tag“, uns Werktag geblieben ist. Es ist nun hoch inte* ressant zu beobachten, daß eben diese jüdische Fünftage* woche es gewesen ist, die die allgemeine Bewegung, die uns hier beschäftigt, Amerika eingeleitet hat, und daß 7

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