Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 404 (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
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404 Die Zeugenaussage im jüdischen Recht wiß erst recht die Befugnis erteilt, in dringend erforderliehen Fällen — wie es שלא להוציא לעז על בית דין einer ist — auf ein verdientes Todesurteil zu verzichten. ״Juden der Welt, erhaltet den Sabbat!“ Referat zur Kalenderreform, auf dem Sabbat-Weltkogreß am 2. August 1930 gehalten von Rabbiner Dr. Rosenthal-Köln. Aus dem schimmernden Kranze duftender Blüten, den der fromme Sinn unserer Alten in nimmermüder Zartheit um die Sabbatidee gewunden hat, wollen wir, zum Eingang in unsere Darlegung, jenes Wort des R. Schimon ben Jochai herausgreifen, nach dem der Sabbat dereinst vor Gott hintrat und Klage führte: Herr der Welt, all die anderen Tage sind gepaart — ich, der sie־־ bente, steh’ allein und ohne Partner. Da antwortete Gott dem Sabbat: בנסיז ישראל הוא בן זוגן־ Du sollst mit Israel gepaart werden. Und als dann Israel am Sinai stand, sprach Gott zum Volke: Denkt an das Versprechen, das ich dem Sabbat am Anfang gegeben habe, ז:ור את יום השבת לקדשו, denk, Israel, an die Kiddusch in zwischen dir und dem Sabbat. — Also: in einer Zeit, in der der Sabbat verdrängt, verstoßen, vertrieben werden soll; in der die geplante Kalenderreform, zu der ich zu Ihnen zu sprechen die Ehre habe, dem Sabbat die Krone vom Haupte nehmen will, die er seit Anbeginn trägt, das Recht der Erstgeburt ihm streitig macht, das ihm — במחשבה החלה *— als Kern und Grund des Schöpfer* denkens zukommt — wer sollte in einer solchen Zeit eher berechtigt und verpflichtet sein, einzugreifen, für den Sabbat mahnend, warnend, beschwörend die Stimme zu erheben, als sein בן זוג, als Israel, dem die Sabbatbraut anvertraut und an getraut ist, und zu dem diese sprechen