Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 388 (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
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388 Die Anfänge von Hirschei Löbels Berliner Rabbinat die gewünschten Materien einreichen. Es seien Übersetzungen notwendig. Der Mangel an Unterstützung durch seine Assessoren verlangsame den Fortgang der Sache außerordentlich. Nach einem halben Jahre senden Hirschei und die Ältesten nicht die ganze Arbeit, sondern nur ein Siebentel, die beiden ersten Hauptstücke. Trotz allen Fleißes hätten sie nicht mehr ausarbeiten und in Reinschrift bringen können. Infolge von Hirscheis Amts* geschäften sei es nicht möglich gewesen, ohne Übereilung die übrigen Hauptstücke zu vollenden. Die Arbeit sei sehr schwierig, erfordere Zeit und Überlegung. Es währte länger als ein ganzes Jahr, bis ein weiteres Fünftel, das dritte Hauptstück, folgte. In ihrem Begleitschreiben sagen die Absender, das vierte Hauptstück erfordere mehr Zeit und Nachdenken, als Hirschei Löbel bei seinen täglichen sich sehr häufenden und beschwerlichen Amtsgeschäften ermöglichen könne. Im Anfang des Monats Mai 1776 wurde endlich alles noch Fehlende dem Kammergerichte zugestellt. Es ist also nicht wahr, daß Hirschei Löbel die Mühe» Verwaltung an Mendelssohn übertrug und daß dieser den „Aufsatz verfertigte“ und erst dann Hirscheis Arbeit be* gann. Überdies würde, wäre die Angabe des Heraus* gebers richtig, Mendelssohn 2% Jahre'22 zu seinem „Auf* satze“ gebraucht haben. Die Korrektur durch Hirschei konnte nur geringe Zeit beanspruchen22s. Übernahm Mendelssohn die Arbeit, so führte er sie trotz geschwäch* ter Gesundheit in kürzerer Zeit durch, um so mehr, als die Behörde ständig drängte. Es war für ihn Ehrensache, 222 Wenn etwa Oktober 1773 nach Rückkehr Mendelssohns von der Leipziger Messe (Kayserling, 2. Aufl., S. 240) ihn Hirschei um Uebernahme der Arbeit ersuchte. 223 Zur Annahme, daß Hirsche! den Aufsatz Mendelssohns verwarf und mit seiner Berichtigung eine neue Arbeit herstellte, liegt kein Grund vor, auch wenn der Herausgeber sagt, daß Hirschei den Aufsatz nach seiner gründlicheren Einsicht durchaus berichtigte.