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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 386

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 386 (sequence 68)
Language
German
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386 Die Anfänge von Hirschei Löbels Berliner Rabbinat wohl nicht den Vorbericht mit „Der Herausgeber“ ge* zeichnet haben. Er hätte auch keine Veranlassung gehabt, im Vorbericht219 von sich in der dritten Person zu sprechen 220 und zu vermerken, daß ihm die Arbeit unge* wohnt und beschwerlich war.221 Titel und Vorbericht rühren von demjenigen her, der sich am Schlüsse des Vorberichts „Der Herausgeber“ nennt. Mendelssohn war „Der Herausgeber“ nicht. Es kann auch niemand vom Kammergericht oder vom Justizdepar* tement gewesen sein. Ein solcher hätte nicht geschrieben: „Einige Räte haben nunmehr den Auftrag, diese Schrift des Oberrabbiner zu untersuchen, und auf deren Bericht wird es vermutlich ankommen“. Hierbei ist es unwesent* lieh, daß von Räten die Rede ist, obgleich zunächst nur Geheimrat Krüger zur Untersuchung bestellt war. Wich* tiger ist, daß der Herausgeber voraussetzt, am 1. Februar 1778 sei die Prüfung durch die Räte noch nicht beendet gewesen und der Bericht noch nicht abgestattet worden. Das kann niemand aus dem Kreise der Behörden ge* schrieben haben, da zum genannten Zeitpunkt schon fast l3/* Jahre seit der Präsentation der „Ritualgesetze“ ver* flössen waren. Ganz anders liegen die Dinge, wenn von jüdischer Seite das Manuskript, das in Original oder mindestens in Abschrift zur Verfügung stand, in Druck gegeben wurde. Es wird ja ausdrücklich gesagt, warum es geschah: um dem Publikum einen angenehmen Dienst zu erweisen, um Sachwaltern und Richtern nützlich zu sein, um aufmerk* samen Lesern. einiges Licht zu geben, um Anwälte und 219 Kayserling, 2. Aufl., S. 283, hält Mendelssohn für den Verfasser des Vorberichts. 220 Die Form „Mendelsohn“, statt Mendelssohn“ ist vielleicht auf das Konto des Druckers zu setzen. 221 Obgleich die Bemerkung nur gemacht wird, um die Berichtigung durch Hirschei Löbel zu erklären, hätte sich Mendelssohn selber anders ausgedrückt.

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