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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 385

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 385 (sequence 67)
Language
German
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Die Anfänge von Hirschei Löbels Berliner Rabbinat 385 „Der hiesige Oberrabbiner Herr Hirschei Levin er* hielt vom Hofe216 den Befehl217, die Ritualgesetze der Juden betreffend Erbschaften, Testamente, Vormund* schäften, auch Ehesachen, insoweit sie das Mein und Dein angehen, in einen deutschen Auszug zu bringen und dem Königl. Justizdepartement zu überreichen, in der Absicht, solchen den Gerichtshöfen bey Entscheidung dahin ein* schlagender Streitfälle zwischen Juden und Juden zur Richtschnur vorzulegen. Der Rabbi übertrug diese Mühe* Verwaltung dem Herrn Moses Mendelsohn, der sich der* selben aus Freundschaft und Hochachtung für diesen Lehrer seiner Nation unterzog, wiewohl ihm die Arbeit ungewohnt und beschwerlich seyn mußte, da die Rechts* gelehrsamkeit niemals eigentlich sein Studium gewesen. Der von ihm verfertigte Aufsatz ward indessen von dem Herrn Hirschei sorgfältig durchgesehen, nach seiner gründlichem Einsicht in die Rechtsgelehrsamkeit der Ju* den durchaus berichtiget und so angewiesenen Orts über* geben. Einige Räte haben nunmehr den Auftrag, diese Schrift des Oberrabbiner zu untersuchen, und auf deren Bericht wird es vermuthlich ankommen, in wie weit solche unter öffentlichen Ansehen eingeführt werden und in den königlichen Landen Gesetzeskraft erhalten wird.“ Demnach wären die „Ritualgesetze“ nicht Hirscheis Werk, sondern von Moses Mendelssohn unter Aufsicht Hirscheis „entworfen“ worden, d. h. wie der Vorbericht näher ausführt, Mendelssohn verfertigte den „Aufsatz“ (Die Ritualgesetze), Hirschei sah ihn nur sorgfältig durch und berichtigte ihn. Wer berichtet uns dies? Mendels* sohn selber? Er würde seinen Namen genannt und nicht „Verfasser der Philosophischen Schriften“21s firmiert, auch 216 Vom Justizdepartement, genau: dem Kammergericht. 217 Siehe Anm. 198. 218 Sie erschienen zuerst anonym, Berlin 1761, dann mit Namen und verbessert 1771 und 1777. Siehe Katalog der Moses Mendelssohn- Ausstellung, S. 13—14. 5

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