Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 369 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Anfänge von Hirschei Löbels Berliner Rabbinat 369 wegen der Jurisdiktion in Ritualsachen und wegen der Mitglieder des Vormundschaftsgerichts nicht liefern, da der Landrabbiner, der schon im Oktober 1772 erwartet wurde, krankheitshalber erst im Februar eintraf163 ״und von unsern Verfassungen noch keineswegs unterrichtet sei“, daß er die verlangten Berichte erstatten könne. Man möchte ihnen für beide Berichte bis Ende Juni164 Zeit lassen. Dieser Termin werde nicht fruchtlos ablaufen, die Kgl. Willensmeinung solle aufs exakteste befolgt werden. Wieder konnten die Versprechungen der Ältesten nicht gehalten werden. Immerhin bot der neue am 2. März bestätigte Oberrabbiner eine Garantie dafür, daß die Tragödie der Berichtsverzögerung nun ein Ende neh־ men würde. Am 23. Juni ging beim Kammergericht fol־ gendes Schreiben165 Hirschei Löbels vom 14. Juni ein: Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster König, Allergnädigster König und Herr. Die Ober- und Aeltesten der hiesigen Judenschaft haben mir diejenigen allerhöchsten Befehle zugefertigt, welche an dieselbe wegen der Jurisdiction in jüdischen Ritual-Sachen und wegen Benennung der Mitglieder des jüdischen vormundschaftlichen Gerichts ergangen, und haben zugleich von mir verlanget, daß ich zufolge ihrer in der allerunterthänigsten Eingabe vom 15ten Mart. c. gethanen Versicherung die über vorgedachte Gegenstände von Euer Königlichen Majestät hochpreißl. Cammer-Gericht erforderte Berichte erstatten solle. So bereit ich nun auch bin, denen in dieser Angelegenheit so oft wiederholten allerhöchsten Befehlen in tiefster Ehrfurcht ohne An- Standt Folge zu leisten, so unmöglich fällt es mir jedennoch, solches schon jetzt auf eine der Sache angemeßene und Ew. Königlichen Majestät höchsten Intention entsprechende Art zu bewerkstelligen. Ich bin, wie Ewr. Königlichen Majestät bereits allerunterthänigst angezeiget worden, allerdings im Februario dieses Jahres hieselbst eingetroffen. Während des großen Zwischenraums von dem Abgang meines 163 Am 21. Februar kam die Judenschaft um seine Bestätigung ein: S. 132—133. 164 Dieser Termin wurde am 19. März bewilligt: Akten Bl. 43 V. 165 Akten Bl. 44—45. 4