Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 367 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Anfänge von Hirschei Löbels Berliner Rabbinat 367 gleich die vom Kammergericht gesetzte übliche Frist von zwei Monaten Ende April ablief, sandten die Ältesten erst anfangs Juni dem Gewählten den Rabbonusbrief155. Eine solche Verzögerung konnte das Kammergericht nicht ungerügt hingehen lassen. Seit dem ersten Befehl vom 24. Oktober 1770 waren bald zwei Jahre verflossen, ohne daß der verlangte ausführliche Bericht eingereicht worden war. Wiederholt hatte inzwischen das Gericht gemahnt, wiederholt vergeblich Fristtermine gesetzt. Am 12. August forderte nunmehr ein Reskript154 den Rabbi und die Assessoren unter Androhung von 10 Talern fis־ kalischer Strafe auf, den Bericht spätestens in zwei Mo* naten einzusenden. Ein Rabbi war zwar nicht vorhanden. Doch mochte die Adresse formelhaft sein oder das Ge־־ rieht hatte von der Wahl des 29. März gehört und nahm den Amtsantritt des neuen Rabbi als selbstverständlich an. In Übereinstimmung hiermit befahl an demselben Tage ein zweites Reskript dem Rabbi und den Assessoren, beim Kammergericht die Mitglieder des jüdischen vor־ mundschaftlichen Gerichts mit Namen anzuzeigen. Es dauerte einen ganzen Monat, bis die Ältesten an־ statt des Rabbi und der Assessoren antworteten. Am 14. September meldeten sie155: ״was gestalt der Vice־Rabbi schon seit Jahr und Tag von unserer Gemeinde abge־ gangen und die gegenwärtigen Assessores156 nur ad interim angenommen worden, wodurch es denn entstan־ den, daß diese Sache so lange unberichtiget geblieben ist.“ Nunmehr sei ein neuer Landesrabbiner gewählt worden, 153 Er trägt das Datum vom 1. Siwan (2. Juni): S. 131. 154 Akten Bl. 34. 155 Akten Bl. 35, gezeichnet Veitei Ephraim, Daniel Itzig und Wulff Rintel. Mit Rücksicht aut Veitei Ephraim signieren sie dieses Mal: ״Ober- und Älteste der hiesigen Judenschaft“. Am 31. Dezember 1770 lautete trotz der Beteiligung Ephraims die Unterschrift: ״Vice- Rabbi und die Ältesten der hiesigen Judenschaft“. 156 Die Assessoren Neugaß und Hurwitz amtierten bereits unter Aron Moses: Anm. 26—27.