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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 366

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 366 (sequence 48)
Language
German
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366 Die Anfänge von Hirsche! Löbels Berliner Rabbinat Die Verlegenheit der Berliner Gemeinde wuchs, als der Vicerabbiner im Sommer 1771 sein Rabbinat aufgab und nach Schwabach übersiedelte147. Mit dem Weggang des rabbinischen Führers schwand jede Hoffnung, daß seine Dajjanim wenigstens in absehbarer Zeit in der einen oder anderen Form die ihnen gestellte Aufgabe lösen würden. Am 8. Mai hatte das Kammergericht von neuem gemahnt und den Bericht wieder in zwei Monaten erwartet, am 26. Juli wurde die Mahnung wiederholt148. Es scheint, daß die Ältesten in ihrer Hilflosigkeit gar keine schriftliche Antwort gaben149. Die einzige Aussicht auf Änderung der Lage bot die Möglichkeit, für Aron Moses einen Nachfolger zu finden, der durch Wissen und Bildung geeignet war, den Auftrag des Staates auszu* führen. Warum sich der Entschluß zu einer solchen Wahl erst am Ende des Jahres verwirklichte, wissen wir nicht. Am 22. Dezember gaben, wie wir früher150 sahen, die Ältesten an die Kommission der 32 den Auftrag, Vor* Schläge für die Berufung eines Oberrabbiners zu machen, auch die Wahl sollte bald darauf erfolgen. Für die Verhandlungen mit den vor geschlagenen Kandidaten war Zeit erforderlich. Inzwischen mahnte wiederum151 am 22. Februar 1772 das Kammergericht, das nach der letzten Terminsetzung von zwei Monaten sogar sieben Monate gewartet hatte. Da konnte die Ober׳ rabbinerwahl nicht länger hinausgeschoben werden. Am 29. März entschied sich die Majorität der Wahlstimmen für den Mannheimer Oberrabbiner Hirschei Löbel152. Ob* 147 Siehe S. 130. 148 Akten;Bl. 31 und 32. 149 Die Akten enthalten nur das Schreiben der Aeltesten vom 31. Dezember 1770 und dann erst wieder das vom 14. September 1772 (siehe weiter). Es wird auch nicht in den Mahnungen des Kammergerichts auf Antworten der Aeltesten!Bezug genommen. 150 S. 130. 151 Akten Bl. 33.

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