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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 343

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 343 (sequence 25)
Language
German
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Metaphysik und Religion 343 ignorantia“ des Kusaners einen christlichen37 Ausläufer findet. Am nachdrücklichsten hat jedoch die jüdische Philosophie diesen Gedanken festgehalten und zum Kar* dinalsatz ihrer theologischen Überzeugung erhoben. Mai* monides’ negative Attributenlehre ist nur die radikale und alle Konsequenzen verfolgende Endkonzeption dieses Standpunktes, der die gesamte Religionsphilosophie be* reits vor Maimonides kennzeichnet.38 V. Wir gehen in diesem Zusammenhang auf die theolo* gischen und praktisch*religiösen Probleme, die durch die Statuierung einer negativen Attributenlehre aufgeworfen werden, nicht näher ein.39 Nur eine Grundfrage, die das Problem des Verhältnisses von Religion und Metaphysik wesentlich betrifft, soll noch zum Abschluß unserer Um tersuchung aufgerollt werden. Es fragt sich nämlich, worin der Sinn der religiösen Intentionen ruhen müsse, wenn gegenüber der Sphäre des Göttlichen der Agnostizismus zu postulieren sei. Die Frage ist nur zu beanworten, wenn die aktphänomenolo* gische Analyse, die uns zum Sinn der göttlichen Trans* zendenz geführt hat, fortgesetzt wird. Die erste Stufe des religiösen Grundaktes war die Blickrichtung ins absolut Transzendente. Die zweite zieht die Konsequenz: sie relativiert das erlebbare All-sein gegenüber dem Absoluten. Nicht eine Aufhebung der ehr* den Hinweis ibid. Anm. 4 auf Goldzihers Nachweisungen in Kitab ma’ äni al nafs, S. 12. 37 Die christliche Dogmatik ist vorwiegend auf die positive Attributenlehre eingestellt. Vgl. David Kaufmann, Geschichte der Attributenlehre in der jüdischen Religionsphilosophie des Mittelalters von Saadja bis Maimuni, F. A. Perthes, Gotha 1877, S. 442, Anm. 123, S. 455, Anm. 142. 38 Vgl. David Kaufmann, Gesch. d. Attributenlehre, S. 481 ff.; Jacob Guttmann, die Beziehungen u. s. f.. S. 127 ff., 211, 226, 236. 39 Vor allem lassen wir das Problem der Offenbarung hier noch unerörtert.

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