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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 342

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 342 (sequence 24)
Language
German
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342 Metaphysik und Religion der Transzendenz, die allem erlebbaren Transzendenten, wie immer es metaphysisch gedeutet wird, überlegen ist. Und es ist somit ein Transzendenz, die sich selbst von vornherein als unerlebbar einführt. Wäre Gott erlebbar, er wäre kein Gott, sondern müßte, wie alles metaphysisch Absolutierte, aus dem transzendentalen Bewußtsein auf* gewiesen und erkenntnistheoretisch relativiert werden. Die Transzendenz Gottes entrückt sich aber dadurch jedem Versuch einer Relativierung, daß sie bloß Richtung und Sphäre, nicht aber materialen Sinn und damit irgend* welche Beziehung zum Kategoriensystem beinhaltet. Es ist ein bloßes Hinausdeuten über alles Erlebbare und Be* greifbare, ein Hinausblicken des Bewußtseins über sich selbst, nicht der Realität, wohl aber der Tendenz nach, ein Platzschaffen für das Göttliche, das aus dem Erlebnis der Ehrfurcht gefordert ist. Dieser absolute Sinn der göttlichen Transzendenz schlägt jeden Versuch einer transzendentalistischen Rela* tivierung nieder. Seine Absolutheitsprätention erfordert aber eine peinliche Wahrung des spezifisch göttlichen Transzendenzcharakters. Jede Religionsphilosophie, die die Erlebbarkeit des Göttlichen zugibt oder gar wie die Schelers und Rudolf Ottos zum Ausgangspunkt macht, gibt die Absolutheit Gottes der Konsequenz nach preis. Ihre Behauptung der Erfahrbarkeit der „anschau* liehen Qualität des Göttlichen“ bedeutet — erkenntnis* theoretisch gesehen — nicht minder eine Hineinziehung Gottes in die Immanenz wie die ausgesprochen transzen* dentalistische Religionsphilosophie etwa Hermann Co* h e n s. Mit aller Schärfe gewahrt ist der absolute Trans* zendenzsinn des Göttlichen bloß in jener religionsphilosophischen Linie, die von P1 o t i n ausgehend in die jü* dische und arabische36 Scholastik führt und in der „docta 36 Vgl. Jacob Guttmann, Die Beziehungen der Religionsphilosophie des Maimonides zu den Lehren seiner jüdischen Vorgänger, Sonderdruck aus Mose ben Maimon, Band II, G. Fock, Leipzig 1914, S. 211; vgL

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