Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 335

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 335 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2292929-2293072-2293076--11143-2304483
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Metaphysik und Religion 335 zont des Gegebenen Vorstoßendes, keinen Aufbruch in neue, höhere Möglichkeiten, sondern die Rückwendung in das Bekannte, die Anklammerung an das Sichere. Die Warum*Frage des Staunenden tastet die Enge des Be; kannten, Sicheren nach einem Erklärungsgrund ab, sie ist immanent gerichtet. Der staunende Geist, der sich dem Sein gegenüberfindet, führt daher den Prozeß des Trans* zendierens, den die Hineingehaltenheit des Seins in das Nichts bedeutet, nicht weiter. Die Konsequenz ist die Verabsolutierung dieses Seins. Er findet sein Genüge innerhalb der gewußten Sphäre der Korrelation von Nichts und Sein des All—seins. Er begnügt sich mit der Insichumzirktheit des Seins. Ihm bedeutet das All des er* lebten Seins das ens a se et per se, sei es, daß er die phänomenal erschauten Wesenheiten allein als das ov-o>? ov be* trachtet oder den realen Dinglichkeiten der Empfindungen die absolute Substanzialität zuschreibt. Der Unterschied zwischen metaphysischem Idealismus und Materialismus ist hier irrelevant. In jedem Fall wird ein irgendwie er* lebbares (gedachtes oder sinnlich erfahrbares) Sein zum absoluten Sein gestempelt. Zu dieser kraft der metaphysischen Haltung entsprin* genden Absolutsetzung des erlebten Seinsgehaltes tritt nun noch ein zweites bereits im Ansatz des metaphysi* sehen Fragens beschlossenes Charakteristikum: Die Ein* beziehung der eigenen Existenz des Fragenden in das Allsein. Heidegger nennt es das „In*Fragestellen des Fragenden“. Nach dem Vollzug der Absolutsetzung des All-seins ergibt sich nun die partielle Seinsidentität des Fragenden mit dem absoluten All-sein, Ich und absolutes Sein stehen daher für den Metaphysiker auf einer Linie. Das Ich erlebt und begreift sich eingeschlossen in die ab* solute Allheit des Seins. Wie immer sich das Ich wesen* haft erfassen mag, ob als physische, psychische oder gei* stige Existenz, jedenfalls reiht es sich kraft des primären Evidenzerlebens des seienden Seins in die als seiend er-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.