Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 333 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Metaphysik und Religion 333 tenden Verhaltungsweisen des Entgegenhandelns und Ver* abscheuens, des Versagens, des Verbietens und des Ent* behrens. Sie alle erweisen die Offenbarkeit des Nichts, das freilich nur durch die Angst enthüllt wird. Diese Angst aber, niedergehalten im Tag des Daseins, geduckt, schlafend ist stets „auf dem Sprunge“, ständig erweckbar. Auf dem Grunde der Angst erhebt sich also das Er* leben des Daseins, des Hineingehaltenseins in das Nichts. In diesem „Übersteigen des Seienden“ haben wir nach Heidegger das Wesen der metaphysischen Transzen* denz zu begreifen. Sie befaßt in sich die Korrelation des absoluten Nichts und des Seienden. Und in den Grenzen dieser Korrelation bewegt sich das metaphysische Fragen. Es ist seinem Wesen nach nichts anderes als ein „Hinaus* fragen über das Seiende, um es als ein solches und im Ganzen für das Begreifen zurückzuerhalten“. Daher ist die Grundfrage der Metaphysik nur dann richtig gestellt, wenn sie die Frage nach dem Nichts in das Problem des Seins als konstitutives Problemglied aufnimmt. Diese Frage aber gelangt zu ihrer letzten Formulierung erst, nachdem der Fragende die Stadien der Befremdlichkeit und der Verwunderung durchschritten hat. „Einzig weil das Nichts im Grunde des Daseins offenbar ist, kann die volle Befremdlichkeit des Seienden über uns kommen. Nur wenn die Befremdlichkeit des Seienden uns bedrängt, weckt und zieht es auf sich die Verwunderung. Nur auf dem Grunde der Verwunderung — d. h. der Offenbarkeit des Nichts — entspringt das Warum?“ So ergibt sich als die strukturell das ganze Erlebnisschema: Angst — Erleben des Nichts — des Seins — Befremdlichkeit — Verwunderung in sich befassende „Grundfrage der Meta* physik“, die Heidegger am Schlüsse seiner Abhand* lung ausspricht: „Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts?“28 28 Im Grunde hat bereits Max Scheler in seiner Ordnungslehre