Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 331 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Metaphysik und Religion 331 nologische Untersuchung der metaphysischen und der re* ligiösen Transzendenzintention erweisen. III. Die Haltung des homo metaphysicus hat ohne Zwei* fei mit der des homo religiosus ein Gemeinsames: Beider Intentionen gehen auf Transzendentes. Es ist das Ver* dienst der Phänomenologie, daß sie den Transzendenz* Charakter jeder gegenständlichen Intention wieder in den Vordergrund der Beachtung gestellt hat. Für Scheler fallen ausdrücklich „transzendentes Gegebensein“ und „gegenständliches Sein“ als identische Begriffe zu* sammen-24 N. Hartmann faßt in gleicher Weise das „Bewußtsein des Gegenüber“ als „Wesensmoment“ des Gegenstandsbewußtseins.24 E. Landmann definiert: „Erkennen ist seinem Wesen nach die Richtung des Be* wußtseins auf Transzendentes.“25 Es fragt sich aber, ob das im metaphysischen Erkenntnisakt intendierte Trans* zendente auf der gleichen Linie der Transzendenz mit dem im religiösen Akt gemeinten Objekt liegt. Mit anderen Worten, ob wir nicht spezifische Stufen der Trans* zendenz, eine Transzendenz 1. und 2. Grades unter* scheiden müssen. Damit stehen wir vor der Frage nach dem genuinen Sinn des metaphysischen und religiösen Transzendenzmomentes. Martin Heidegger hat in seiner Abhandlung „Was ist Metaphysik?“26 die Grundhaltung des metaphysischen Fragens auf der in der Angst erlebten Gegebenheit des 23 Vgl. Idealismus — Realismus, S. 262 ff. 24 Vgl. N. Hartmann, Metaphysik der Erkenntnis, Berlin und Leipzig 1921, S. 36 ff. 25 E. Landmann, Die Transzendenz des Erkennens, Georg Bondi, Berlin 1923, S. 65. 26 Martin Heidegger, Was ist Metaphysik?, Friedrich Cohen, Bonn 1929. <