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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 327

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 327 (sequence 9)
Language
German
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Metaphysik und Religion 327 gemeingültigkeit ihres Wissens“,15 „Religiosität ist sub* jektiv“, „sie ist und bleibt an die Schranken gebunden, die in ihrem Ursprung aus der einseitigen, historisch und persönlich bedingten religiösen Erfahrung, in der inneren Form des religiösen Anschauens und der Richtung auf das Transzendente gelegen sind.“16 Zweifellos enthält Diltheys Auffassung vom Wesen der Religion und ihrer Abgrenzung gegenüber der Philosophie einige richtige Züge. Die Scheidung der Ob* jekte entspricht sicherlich dem phänomenalen Tatbe* stand, und auch die Färbung der Erlebnisweisen trifft zu. Wir werden später noch Gelegenheit haben, diese Des* kription zu verwerten. Was aber D i 11 h e y vermissen läßt, ist die philosophische Begründung der religiösen Ob* jektsphäre. Wenn er selbst in einem historischen Beweis* verfahren zeigt, daß die religiöse Weltanschauung sich unmöglich in eine philosophische überführen lasse17 — man denke an das Problem der göttlichen Attribute —, so liegt hierin die Anerkennung einer in sich, also objektiv sinnbestimmten religiösen Sphäre. Deren philosophische Begründung wird aber nicht unternommen. D i 11 h e y bleibt bei der psychologischen Fundierung der Religion stehen. Das Absolutheitsproblem des religiösen Gegenstandes scheint also negativ beantwortet werden zu müssen. Gegenüber dieser psyehologistischen Einstellung, deren Konsequenz die Relativierung der religiösen Sphäre bedeutet, erhebt dagegen Max S c h e 1 e r den Anspruch, auf Grund der phänomenologischen Methode die Absolut* heit der religiösen Seins* und Wertregion zu gewährleisten. In scharfer Abkehr von aller Gefühlstheologie18 wird eine 15 Ebenda, S. 365. 16 Ebenda, S. 390. 17 Ebenda, S. 389. 18 Vgl. Max Scheler. Vom Ewigen im Menschen, Leipzig 1921, Erster Band, S. 524, 596. In der objektivistischen, alle Gefühlstheologie ablehnenden Einstellung trifft sich Scheler mit der gesamten modernen

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