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Jeschurun · 1930-09-01 · Heft 9-12 (September 1930) · p. Seite 323

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 9-12 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 323 (sequence 5)
Language
German
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Metaphysik und Religion 3*3 scher Setzung freigehalten. Die moderne Phänomenologie, die einem schrankenlosen Realontologismus huldigt, hat sicherlich kein Recht, sich hierin als Erbin Husserls zu betrachten. Und daß Husserls Verzicht auf meta* physische Setzungen nicht bloß methodisch gefordert, sondern im Geiste des Transzendentalismus prinzipiell begründet war, geht aus der ganz in die transzendental listische Bahn mündenden Entwicklung Husserls hervor. Das hat bereits Natorp in seinem Logoaufsatz über Husserls „Ideen“ klar erkannt, und es ist durch Husserls neueste Schrift* * * 4 unzweideutig erwiesen. Erst die moderne Phänomenologie vor allem Max Schelers und NicolaiHartmanns hat die Wen* düng zur Metaphysik gebracht. Nicht so sehr vermöge der phänomenologischen Methode als durch den Einfluß des auf anderem Felde emporgeblühten modernen Intui* tionismus. B e r g s o n und der Stefan George *Kreis sind als die Inspiratoren der phänomenologischen Meta* physik anzusehen. Auf die Kritik dieser Bemühungen haben wir an dieser Stelle nicht einzugehen.5 Jedenfalls berechtigt die phänomenologische Methode auch in dem neuen Sinn, den Scheler dem Begriff der „Reduktion“ gibt6, keineswegs dazu, die transzendentalistische Immanenz zu durchbrechen und den Aufstieg zu theoretischen und axio* logischen Wesensgesetzen der Absolutsphäre als vollzogen zu betrachten. Schon der Emotionalismus dieser Phäno* 4. Vgl. Edmund Husserl, Formale u. transzendentale Logik, Jahrbuch für Phil. u. phän. Forschung, Bd. X; Paul Natorp, Husserls Ideen u. s. f. Logos Bd. VII: Walter Ehrlich, Kant und Husserl, M. Niemeyer, Halle 1923; Friedrich Kreis, Phänomenologie und Kritizismus, J. C. B. Mohr, Tübingen 1930; ferner des Verfassers obengenannte Arbeit. 5 Sie wird ausführlich entwickelt in der genannten Arbeit des Verfassers. 6 Vgl. Max Scheler, Idealismus — Realismus, Phil. Anzeiger, ed, Pleßner, II/3, S. 282.

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