Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 5-8 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 313 (sequence 131)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bücherbesprechungen 313 vor. Die äußere Ausstattung ist, wie alles in englischem Druck Erscheinende, mustergültig. Äuf der einen Seite der griechische Text, auf der gegenüberliegenden Seite die englische Uebersetzung. Vorauf geht eine historische Einführung, die Biographisches, Ideengeschichtliches und Beurteilendes über Philo in knappen Strichen bringt und sich möglichster Objektivität befleißigt. Jeder Abhandlung Philos ist eine kurze analytische Inhaltsangabe vorausgeschickt Die Paragraphen des griechischen Textes schließen sich eng an die Einteilung der Cohn-Wendland,sehen Ausgabe an (im Text selbst sind manche Aenderungen gegenüber der Cohn’sehen Ausgabe), und auch die im Anhang (Appendix) gegebenen Hinweise auf Parallelstellen aus griechischen Philosophen und Schriftstellen schließen sich nach Aussage der Herausgeber an Cohns Angaben an. Die englische Uebersetzung liest sich nach den Proben, die wir gemacht, fließend und gefällig, der Sinn und Inhalt ist, im Verhältnis zu den enormen Schwierigkeiten der Materie, für den Leser im allgemeinen leicht verständlich gemacht, die schweren griechischen Satzkonstruktionen und Schachtelsätze zugunsten meist englischer Hauptsätze aufgelöst. Wo das Verständnis durch tiefsinniges philosophisches und etgmologisch-allegorisierendes Beiwerk allzusehr erschwert ist, wird durch kurze Fußnoten dem Verständnis des Lesers nachgeholfen und auf führende Ideen bei Philo hingewiesen. An manchen Stellen allerdings wären u. E. reichlichere Fußnoten (nach dem Vorbilde der Cohn’sehen Ausgaben) am Platze gewesen. Wenn die Herausgeber (wie sie im Vorwort versichern) keinen Kommentar schreiben wollten, so haben sie doch sicherlich auch den gebildeten Laien und nicht nur den Fachgelehrten sich als Leser gedacht. Zu bedauern ist ferner, vom jüdischen Standpunkt wenigstens, daß die Hinweise des Anhangs sich auf griechische Parallelen und Quellen allein beschränken und nirgends Philos Be- Ziehungen zur palästinensischen Bibelexegese, zur midraschischen Halacha und Hagada aufdecken. Diesen Mangel für jüdische Benutzer geben die Herausgeber (auf p. XXII der Einleitung) selbst zu, indem sie sich mit ihrer Inkompetenz für jüdische Belange entschuldigen. Allerdings läßt sich ihr Vorgehen, jüdische Parallelen ungenannt zu lassen, damit rechtfertigen, daß Philos Benutzung palästinensischer Midraschim eine vielumstrittene Frage bildet (s. Jewish Encgclop., Artikel Philo), während die griechisch-philosophische Ideenverwandtschaft auf Schritt und Tritt mit Händen zu greifen ist. Auf einzelne Stellen der Uebersetzung einzugehen, würde den Rahmen dieser kurzen Besprechung überschreiten. Im allgemeinen ist sie sehr gewandt und zwanglos. Nicht zwingend scheint mir 9