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Jeschurun · 1930-05-01 · Heft 5-8 (Mai 1930) · p. Seite 305

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 5-8 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 305 (sequence 123)
Language
German
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Der Zionismus 305 sozialistische Existenz verbunden mit so bewußtem Judentum und so denkerischer Zionsliebe stellt ihn vermittelnd zwischen zwei große jüdische Typen, die man den Chaluz des neunzehnten Jahrhunderts und den des zwanzigsten nennen könnte. Beiden gemeinsam ist jenes freiwillige ״Herabsteigen“, das im Grunde ein Aufstieg ist, nur daß er sich bei den meisten jüdischen Sozialisten, eben mit Ausnahme von Moses Heß und später von Gustav Landauer, in der Abkehr vom Judentum als dem empirischen Prototyp einer bürgerlichen Gesellschaft vollzog, als den Karl Marx es gegeißelt hat, während im zwanzigsten Jahrhundert das soziale Pioniertum und der Wille, in dem friedlichen Kulturkrieg der Menschheit auch die sterbenden Soldaten und nicht nur die befehlenden Offiziere zu stellen, seinen Trägern gerade den Rückweg zu ihrem Volke bahnte. Es läuft eine direkte, wenn auch unsichtbare Luftlinie von Moses Heß, dem jüdisch-sozialistisehen Theologen, zu A. D. Gordon, dem Philosophen der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas und ihrer Kwuzoth, ihrer Rückkehr zur Natur und zur körperlichen Arbeit, sowie ihrer — nicht ungefährlichen — Losung von der ,,Religion der Arbeit“. Und noch in einem dritten Sinne steht Moses Heß an der Pforte des modernen Zionismus: durch die auch ihm unbewußte Coinzidenz westlicher und östlicher Zionsliebe, die unabhängig von einander auftauchten und freilich auch vorläufig noch nicht zueinander fanden. Dies sollte erst im Zeitalter Herzls geschehen. Als der weltbekannte Journalist und Vertreter der Wiener ״Neuen Freien Presse“ in Paris beim Dreyfusprozeß das umwühlende jüdische Erlebnis hatte, da war es im Grunde mehr das negative Erlebnis des Antisemitismus, als das Positive des Judentums. Das will sagen: der Herzische Zionismus antwortete zunächst, genau wie die ihm im Westjudentum des neunzehnten Jahrhunderts vorangegangenen Bewegungen der Reform und der Neu-Orthodoxie, auf die Frage der Emanzipation, auf die der äußeren jüdischen Gleichberechtigung, nicht

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