Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 5-8 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 301 (sequence 119)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Safed 1× ep/1046078
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Der Zionismus 301 — der erste Schritt zu einer neuen jüdischen Siedlung in Pa״׳ lästina getan, und ihm folgt sofort der zweite, der nun umgekehrt die Diaspora enger an das Land bindet: die Aus- Sendung des ersten ״Meschullach“, eines Sendboten, der für die Erhaltung der Jeschiwa Mittel wirbt und es so den Juden allmählich wieder zur schnell gewohnten und lieben Pflicht macht, sich materiell am Ergehen Erez Israels zu beteiligen; doch nicht, um sich davon loszukaufen, sondern im Gegenteil: um sich einzukaufen. Dies war die hohe Funktion des bis heute bestehenden Systems der ״Chaluckah“, d. h. der Geldverteilung nach landmannschaftlichen Prinzipien, deren erste Anfänge auf jenen Sendboten der Pariser Jeschiwah zurüekzuführen sind: sie hat Land und Volk wiederum in eine reale, ja: materielle, aber deshalb, zunächst wenigstens, nicht minder ideale Verbindung gebracht. So hatte die westeuropäische Judenheit gleichsam selber vorgesorgt und sich ein Äufnahmebecken geschaffen, als gegen Ende des Mittelalters nacheinander die Schläge der Vertreibungen aus England, Frankreich, Spanien und Portugal auf sie hereinbrachen. Besonders die letzte, die bekanntlich im schicksalsschweren Jahre 1492 stattfand, das allerdings den Juden auch ein künftiges Zufluchtsland: Amerika entdeckte, brachte der palästinensischen Siedlung neuen Zustrom an Einwanderern. Die Flüchtlinge ergossen sich zwar in der Hauptsache nach Nordafrika, der Türkei, Holland und später zum Teil nach Hamburg, aber nicht unbeträchtliche Massen zogen auch nach Erez Israel, wo sie besonders in der heiligen Stadt Safed ein neues Kultur- Zentrum gründeten. Und nun bewahrte Erez Israel seine synthetische Kraft: das kabbalistische und das rabbinische Judentum, die zwar in der Praxis auch in der Diaspora nicht auseinandergefallen waren, da der immanente Antinomismus der jüdischen Mystik beinahe niemals einen wirklichen offenen Ausdruck fand, gediehen doch erst in Safed zu vollkommener Durchdringung״ in der Person des Rabbi Jizchak Luria und seines Schülers und Schwiegersohnes Josef Karo, der zugleich ein glühender