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Jeschurun · 1930-05-01 · Heft 5-8 (Mai 1930) · p. Seite 296

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 5-8 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 296 (sequence 114)
Language
German
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296 Der Zionismus die ,,Zeiten des Geistes“ gerade die palästinensischen, als die ,,Zeiten des Landes“ gerade die exilischen Epochen erscheinen läßt '!! r Das erste Exil ist kurz. Schon nach 70 Jahren gibt der Perserkönig Cyrus die Erlaubnis zur Rückkehr, von der allerdings nur gewisse Teile der in Babylonien ansässigen Judenheit, und auch diese nicht gleichzeitig, sondern in vier, sich in längeren Abständen folgenden Zügen Gebrauch machen. Es dauerte beinahe weitere 100 Jahre, bis schließlich Stadt und Tempel aufs neue erstanden und nun auch das religiöse Gesetz, das allein, infolge der fehlenden Bindung durch das Land, die Diaspora hatte Zusammenhalten müssen, in seiner schärfsten Ausprägung durch Esra, den zweiten Moses, in Palästina selbst zur Anwendung kam. Auch das verhinderte freilich nicht, daß sich allmählich die heidnischen Kräfte des Bodens, genau wie zur Zeit des ersten Tempels, wiederum erhoben und ihren Kampf gegen den jüdischen Geist begannen. In der Form der fremden Völkerschaften, die mit den Juden Mischehen eingegangen waren, konnten sie verhältnismäßig leicht, noch unter Esra und Nehemia, zurückgedrängt werden, aber bald bemächtigten sie sich in weniger kenntlicher Weise der jüdischen Institutionen selbst: zunächst des Priestertums und später auch des Königtums, dessen makkabäische Begrün■־ der sich zwar ursprünglich selbst gegen diesen Fremdgeist gewehrt hatten, ihm aber bei zunehmender politischer Machtentfaltung und kultureller Hellenisierung durch die zwangsläufig notwendig gewordene Annäherung an die aristokratischoligarchische Assimilationspartei der Sadduzäer allmählich gleichfalls unterlagen. Die Aufgabe der Prooheten aus der Zeit des ersten Tempels, die wir vorhin gleichsam als Sendboten des Galuth bezeichnet haben, wird nun von den Pharisäern übernommen, die Israels Existenz im Lande durch die Einschiebung eines minutiösen Systems religiöser Pflichten gleichsam unterhöhlen, da der das Volk tragende Rahmen immer weniger das reale Land und immer mehr das theokratische Gesetz wird. Diese

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