Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 5-8 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 294 (sequence 112)
- Language
- German
- Belongs to
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294 Der Zionismus sich schon hier durch den selbstverständlichen Aufbruch aus der sicheren Heimat in ein unbekanntes Land. Es ist das Land Israels. Aber auch nachdem Abraham im Lande festen Fuß gefaßt hat, ist das Problem nicht gelöst; die Alternative: Volk oder Land? bricht auf. Er darf die Frau seines Sohnes nicht aus den Töchtern des Landes wählen sondern muß seinen Knecht Elieser in fernes Land, aber zu nahem Stamm schicken, um die Einheit des Volkes, oder doch die der Blutgemeinde, gegen״ über der Einheit des Landes zu wahren. ״Die Taten der Väter sind ein Wahrzeichen für die Ge״ schicke der Söhne.“ Dieses Wort unserer Weisen bewährt sich auch an der Familiengeschichte Abrahams: wie ihm das Land problematisch wurde, nie einfach da war, aber auch nie einfach fort war, so soll es nun im Laufe der jüdischen Geschichte bleiben. Wir sehen die Erzväter immer wieder das Land verlassen und zu ihm zurückkehren, bis schließlich der Streit der Brüder und Stämme, der Söhne Jakobs, in seinen Folgen die vollständige Uebersiedlung aller palästi״ nensischen Juden nach Äeggpten verursacht, wo sie jahrhun״ dertelang bleiben sollen. Nach der Befreiung durch Moses ist nicht vor allem das Land ihr Ziel, sondern der Gottesberg Sinai und die Offenbarung der Thora, die sie erst recht zum Volke macht und ihren Bund mit Gott besiegelt. Auch dann noch entzieht sich ihnen das Land während weiterer vierzig Jahre der Wüstenwanderung, und Moses, der Befreier und Gesetzgeber, Prophet und Patriarch in einem, hat es nie betreten. Dieser größte Führer des Judentums aller Zeiten war ein Führer des Galuth, allerdings eines auf Erez Israel gerichteten Galuths. Sein Schüler Josua erobert das Land. Aber schon steigen aus seinem Boden gefährliche Kräfte auf, die an dem reinen Gottesglauben des wandernden Volkes saugen und ihn in die unselige Verstrickung heidnischer Vielgötterei und kanaani״ tischen Naturkultus heranzuzerren suchen. Schon scheint es,, als ob die politischen und militärischen Sieger, wie so oft in