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Jeschurun · 1930-05-01 · Heft 5-8 (Mai 1930) · p. Seite 290

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 5-8 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 290 (sequence 108)
Language
German
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290 Die Entstehung des babylonischen Talmuds könnten nur dann auf saboräische Zusätze schließen lassen, wenn man wüßte, daß die erwähnte Äenderung der Verhältnisse erst der Saboraimzeit angehört. Manche mit והאידגא eingeleitete Bemerkungen sind, wie Frankel selbst bemerkt, zweifellos amoräisch. Ein sicheres Kriterium für den saboräischen oder gar geonäischen Charakters einer Notiz wäre der Nachweis, daß sie auf Ereignisse in saboräischer Zeit Bezug nimmt. Doch bedarf solch Nachweis einer genauen Prüfung. Wie leicht man ohne solche zu Fehlschlüssen kommen kann, zeigt die Beurteilung des Mnemotechnikums וסימניך פירוז רשיעא (ChuJ 62b), das Rapoport für saboräisch hält und Z. N. Chajus36 gar für geonäisch halten möchte, weil er glaubt, König Pirus habe erst in nachtalmudischer Zeit geherrscht. Tatsächlich fällt aber seine Regierung noch in die Zeit der letzten Amoraim (459—487). Solange wir nicht aus sicherer Kenntnis der geschiehtliehen Ereignisse Talmudstellen auf Grund ihres Inhaltes den Saboraim zusprechen müssen, bleibt uns als zuverlässiges Kriterium nur der Name der Referenten. Hiernach können wir, etwas über Sefer Keritut hinausgehend, nicht nur die Fragen R. Ächai’s,37 sondern überhaupt seine Bemerkungen als sicher saboräisch bezeichnen, wenn uns die Lesart des Namens feststeht. Durch den Namen R. Ächai’s und seines Gegners, R. Samuel’s bareh de R. Äbbahu, ist z. B. die Erörterung über das Fett der Karkus-Ziegen (Chul. 59b) als saboräisch zu erkennen. Ebenso die Stelle (Chul. 49a), an der dieser R. Samuel eine Tradition seines Vaters weitergibt.38 Doch auch abgesehen von den durch Ueberlieferung oder durch geschichtliche Kriterien als saboräisch nachgewiesenen 36 Iggeret Bikkoret, S. 8. 37 Gegen Tosafot Ket. 2 b s. v. פשיט s. Dor. Har. III, S. 56 ff. 38 Vgl. Dor. Har. III, S. 98.

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