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Jeschurun · 1930-05-01 · Heft 5-8 (Mai 1930) · p. Seite 289

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 5-8 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 289 (sequence 107)
Language
German
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Die Entstehung des babylonischen Talmuds 289 daß die zweite Ueberarbeitung, bzw. Rezension später als die erste fertig gestellt oder wenigstens in den Talmud auf genommen wurde. Da aber selbst zwischen dem Tode R. Äschis und dem Abschluß des Talmuds zumindest etwa ein halbes Jahrhundert liegt, ist für solche Hinzufügung durch spätere Amoraim noch genügende Zeit. Mit der Benutzung sprachlicher Merkmale muß man sehr vorsichtig sein, da doch in den beiden letzten amoräischen Jahrhunderten sehr viele palästinensische Gelehrte nach Babylonien kamen.35 Stellen im westaramäischen Dialekt können von ihnen stammen. Daß einige Traktatbeginne, die in ihrer Struktur mit den anonymen saboräischen Diskussionen am Anfang von Kidduschin viele Aehnlichkeiten haben, ebenfalls saboräisch sein können, ist eine ansprechende Hypothese. Mit Sicherheit behaupten läßt es sich nicht. Gerade da es sich in diesen namenlosen Diskussionen um ähnliche Themen, Behandlung des Wortlautes der Mischna, handelt, könnte es sein, daß auch die Art der Behandlung schon in der Amoraimzeit üblich war. In Kidduschin wurde die Diskussion erst von den Saboraim eingefügt, weil es für diesen Traktatbeginn keine amoräische Bearbeitung gab. Man hätte die gleiche Form gewählt, wie sie bei Behandlung entsprechender Themen durch die Amoraim üblich war. Formeln wie ולמאי דס״ד מעיקרא' die eine Betrachtung einer abgeschlossenen Diskussion einleiten, wie לא מידי, die die Diskussion als endgültig beschlossen bezeichnen, oder כדבעינן למימר לקמן' die Bezug auf später folgende Erörterungen nehmen, setzen natürlich einen späteren Bearbeiter voraus. Es ist auch durchaus möglich, daß dieser Bearbeiter ein Sabora war. Doch kann er genau so gut ein späterer Amora gewesen sein. Das gleiche gilt auch für die Bemerkungen, die Brüll und Jawitz für saboräisch halten, so weit der saboräische Charakter der Stellen nicht auf dem historischen Kriterium oder auf Ueberlieferung beruht. Ausdrücke wie והאידנא oder השתא דתקון רבנן 55 Vgl. Halevy, Dor. Har. II, S. 555 ff. und S. 571 ff.

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