Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 5-8 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 285 (sequence 103)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Entstehung des babylonischen Talmuds 285 Sprüche der letzten Ämoraim anschließen,19 für saboräisch erklären. Hierzu gehören auch die Mnemotechnika für die Reihenfolge der amoräischen Aussprüche, wenn sie bis zu den letzten Ämoraim hinabgehen.20 Frankel21 will in — allerdings seltenen — verschiedenen Ueberarbeitungen gleicher Diskussionen jedenfalls nachtalmudische, wahrscheinlich saboräische Redaktionen, sehen. Besonders in den vielen Doppelrezensionen im Traktat Temura. Auch sprachliche Merkmale, wie westaramäischer Dialekt oder Erklärungen westaramäischer Ausdrücke palästinensischer Autoren sollen Anzeichen für saboräische Zusätze sein. Wegen Äehnlichkeit mit dem von R. Scherira als saboräisch bezeichneten Anfang von Kidduschin hält Frankel eine ganze Reihe von autorlosen Traktatanfänge für saboräische Hinzufügungen. Ueberhaupt dient ihm das Fehlen benannter Autoren bei Fragestellungen über verhandelte Themen als Argument für den nachtalmudischen Charakter einer Stelle. Wie der Verfasser von Halichot Olam die Formell ודקארי לה מאי קארי als vielleicht saboräisch betrachtet, so gelten Frankel eine ganze Reihe von Formeln als Argumente, wenn auch nicht als Beweise für den saboräischen Ursprung. Hierher gehören ותו לא מידי׳ והשתא דתקון רבנן; והאידנא; ולמאי דס״ד מעיקרא' כדבעינן למימר לקמן• N. Brüll22 schreibt den Saboraim die Einfügung der Mnemotechnika zu, mit deren Hilfe die Reihenfolge des Stoffes 19 Z. B. Git. 60a, wo die Bemerkung des Mar bar R. Äschi לטלטולי נמי אסיר מ״ט דד״א לא חזי למקרי ביה anonym mit den Worten ולא היא שרי לטלטולי ושרי למקרי ביה zurückgewiesen wird. Ferner die Bemerkung וסימניך פירוז רשיעא (S. 254) Chul. 62b, die sich auf den König Pirus bezieht, der nach Rapoport bereits der saboräischen Zeit angehört. 20 Rapoport a. a. O., S. 252 rechnet hierher, das Mnemoteehnikum Chul. 11a זמן שבח מכבש, dessen letzter Buchstabe sich auf R. Äschi bezieht. 21 Monatsschrift 1861, S. 262 ff. M Jahrbücher für Jüd. Geschichte und Literatur II, S. 68 ff. J. bis Änm. 111—114.