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Jeschurun · 1930-05-01 · Heft 5-8 (Mai 1930) · p. Seite 280

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 5-8 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 280 (sequence 98)
Language
German
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280 Die Entstellung des babylonischen Talmuds Die Entstehung des babylonischen Talmuds 1}. (Fortsetzung.) II. Zusätze der Saboraim. Mit dem Ende des fünften Jahrhunderts schließt wohl die Epoche der Ämoraim der selbständig entscheidenden Ge״ setzeslehrer, doch nicht die endgültige Talmudredaktion. Wir wissen nicht, wie beim Hinscheiden des zweiten Rabia die Talmudtexte waren. Es ist sogar damit zu rechnen, daß sie großenteils noch nicht niedergeschrieben waren, sondern nach den Ueberlieferungen der Hochschulen mündlich, ohne durchaus wortgetreue Wiedergabe des Stoffes, weiter tradiert wurden. Daß dann noch Veränderungen am Texte durch neue Gruppierung des Stoffes, aber auch durch Hinzufügen vor״ genommen wurden, wäre auch ohne nachweisbare Spuren wahrscheinlich, wenn auch nicht notwendig. Es wäre denkbar, daß man den aus den Hochschulen der Ämoradim überlieferten Text ohne Hinzufügungen bewahrt hätte und sich scheute, in den Text Erklärungen oder eigene Bemerkungen aufzuneh״ men. Diese Ansicht scheint nur von einem der mittelalterlichen Autoren vertreten zu werden, während die anderen, soweit sie sich zu dieser Frage äußern, ohne es irgendwie auffällig zu finden, Zusätze der Saboraim zum Talmudtexte annehmen. — An keiner der weiter angeführten Stellen finden wir .eine Abgrenzung, bis zu welchem Zeitpunkt die Saboraim zu rechnen sind. Die Autoren wollen mit der Kennzeichnung ״Zusatz der Saboraim“ einmal die Stelle als nachtalmudisch charakterisieren, dann aber auch als sehr alt, als vorgeonäisch, die sich in allend Texten findet. Wenn auch solche Stellen von einigen als weniger autoritativ betrachtet werden, so gelten sie ihnen doch als Bestandteile des allgemein rezipierten Textes, während die späteren Einfügungen textlich unecht sind. 1. Die Auffassung der älteren Autoren. Ueber den Anteil der Saboraim an der Talmudredaktion schreibt der gegen Ende des 9. Jahrhunderts abgeschlossene ג Vgl. Jeschurun XVI, S. 305 ff.

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