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Jeschurun · 1930-05-01 · Heft 5-8 (Mai 1930) · p. Seite 271

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 5-8 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 271 (sequence 89)
Language
German
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?.חבר עיר Was ist 271 Man urteile! Bei der Erläuterung der talmudischen, nach Kr.’s Änsicht hierhergehörigen Stellen geht er zunächst auf die mischna bikkurim III 2 ein. Dort wird berichtet, daß der m’munneh die Wallfahrten von der Stadt des ma’amad aus nach Jerusalem geführt hat. Hierzu bemerkt Kr.: ״In diesem Beamten haben wir Gelegenheit, das erste Mal eine jener Persönlichkeiten kennen zu lernen, die offenbar an der Verwaltung der Stadt teil hatten“. Indem ich auf meine Bemerkungen hierzu auf S. 243 f. hinweise, bemerke ich, daß sich hier die erste der ziemlich zahlreichen logischen Unmöglichkeiten2 in seiner Abhandlung findet. Im ganzen ma’amad-Bezirk gab es doch nur einen einzigen m’munneh, im ganzen Land waren es nur 241 Und von jenem einzigen steht es durchaus nicht fest, daß er im Bezirk gewohnt habe und nicht von Jerusalem aus delegiert worden ist. Das hat Kr. übersehen; er betrachtet vielmehr diesen m’munneh als ein Mitglied der jüdischen Kommunalverwaltungen. Nirgends sonst im talmudischen Schrifttum ist die Rede von einem solchen Mitglied der Gemeindeverwaltung. Das ist doch auffällig. Äuf meine diesbezügliche Frage antwortet jetzt Kr., daß er ״das getreulich angegeben hätte, wenn ich in den Quellen etwas darüber gefunden hätte“. Bleibt also für seine in seiner ganzen Beweisführung eine ziemlich starke Rolle spielende Behauptung nur das eine Wortchen ממונה in bikkurim. Es ist ein ״Beauftragter“, der die Prozession nach der hl. Stadt zu geleiten hat. Alles was wir mehr hineinlesen, ist reine Vermutung und kann keinesfalls als gesichertes Ergebnis betrachtet werden, auf dem man weiterbauen darf. Kr. scheint übrigens jetzt seinen Irrtum erkannt zu haben und begnügt sich mit der Feststellung, daß nach Bertinoro z. St. der m’munneh in der Hauptstadt des ma’mad-Bezirkes gewohnt habe. Wenn nun Kr., gestützt auf ein durch unmögliche Logik gefundenes ״offenbar“ zu seinen weiteren Ausführungen hinüberleitet mit den Worten ״Wie sehr von hier aus ein Licht fällt auf Sinn und Bedeutung unseres eigentlichen Themas (— ׳ח״ע W.) . . .“, so hielt ich mich für wohlberechtigt, von einem Berauschen an einer Entdeckung zu reden. Ein sich Berauschen an einer Idee ist m. E. übrigens an sich durchaus nichts Unschickliches. 2 Hier möchte ich noch auf eine solche auf S. 210 im Jahrbuch hinweisen. Um das nach seiner Ansicht erforderliche minjan der Ratsherren auf 10 zu ergänzen, rechnet er den Patriarchen in absentia hinzu. Ja dann haben wir doch nur 9 und nicht 10, also kein minjan. Äuf der folgenden Seite versteht Kr. unter ח״ע wieder die Gemeinde.

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