Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 5-8 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 270 (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
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270?.חבר עיר Was ist Bei der Erklärung der letzten der von mir herangezogenen Stellen tos. meg. IV machte ich selbst auf eine meiner Deutung erwachsende textliche Schwierigkeit aufmerksam. Diese meine an״ gebliche ״Bescheidenheit“ wird von Kr. bespöttelt (S. 19). In Wirk״ lichkeit lag kein besonderes Maß von Bescheidenheit vor, sondern eine Selbstverständlichkeit. Ich erachte es bei Forschungen auf dem Gebiete historischer Gegebenheiten als Pflicht, die etwa gefundenen Resultate mit bestem Gewissen verantworten zu können und auf die kleinsten Umstände, die ihnen entgegenstehen, zum Mindesten hin״ z^iweisen. Willkürlich aufgestellte Resultate können hier niemals Anerkennung fordern und sind insofern schädlich, als auf solchen gewonnenen Irrtümern neue aufgebaut werden können. Wenn ich zu unserer Stelle erklärte, daß der in der ״die Gesamtgemeinde repräsentierenden gottesdienstlichen Organisation des ח״ע aus״ gesprochene Priestersegen für alle Einwohner gelte (S. 265), so hätte ich mich zur Bekräftigung dieser an sich sehr wahrscheinliehen Behauptung ohne weiteres auf Prof. Krauß berufen können, der zu unserem Thema im Jahrbuch der j. lit. Ges. S. 200 Aehnliches beweist. Um einen festen Standpunkt zu dem schon so oft behandelten חבר עיר zu gewinnen, war ich genötigt, eine kritische Uebersicht über die neuesten Untersuchungen auf diesem Gebiete zu finden, zumal diese alle früheren in sich verarbeitet haben. Ich verweise auf die Lektüre dieser meinen Ausführungen, an denen ich auch jetzt noch nichts zu ändern weiß. Kr. fühlt sich offenbar durch die Form meiner Kritik gekränkt und ich bedauere dies außerordentlich. Meine Kritik sollte nicht persönlichen Angriffscharakter haben; sie wollte sich vielmehr mit Ernst gegen eine Methode wenden. Im Uebrigen habe ich ja an verschiedenen Stellen seiner hohen wissenschaftlichen Stellung Gerechtigkeit willfahren lassen. Es wäre verfehlt, hier auf alle seine Einwendungen einzugehen, da ich alles Erforderliche in meiner Abhandlung ausführlich besprochen und kaum etwas daran zu ändern habe. Nur einige wenige Punkte muß ich herausheben. Hierzu zwingt mich vor allem eine persönliche Kränkung, die Kr. gegen mich richtet. Er schreibt nämlich S. 16: ״W. vergeht sich hier schwer gegen die Wahrheit, wenn er schreibt, das obige offenbar bilde die Grundmauer des Krauß’sehen Gedankenbaus und er sich geradezu berauscht an seiner Entdeckung“. Zwangsläufig hieraus, daß auch an den beiden anderen Stellen diese Deutung die einzig richtige sein muß.