Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 5-8 (Mai 1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- Seite 269 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
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?.חבר עיר Was ist 269 Was ist חבר עיר? (Ein Nachwort). Von Rabbiner Dr. M. Weinberg, Neumarkt (Oberpfalz). Unter obenstehendem Titel habe ich in Heft 5/6 des vorjährigen Jeschurun die Bedeutung des talmudischen Begriffes חבר עיר untersucht. Herr Prof. Krauß hat diesen meinen Untersuchungen in Heft 1/2 des jetzigen Jahrganges eine Entgegnung gewidmet. Erst gegen Ende nimmt er (S. 20) Stellung zu meiner Erklärung des genannten Begriffes mit den Worten: ״Im Einzelnen bin ich jedoch sehr gegen die Äuffassung W.’s, namentlich auch darin, wie er die einzelnen Talmudstellen auf faßt“• Diese seine Behauptung kann allein für sich doch nicht als ein Ärgument gewertet werden, solange sie nicht durch Beweise unterstützt wird. Zu meiner Befriedigung bringt er aber nur einen einzigen Einwand. Ich befaßte mich auf S. 260 mit der Deutung einer Stelle in s’machoth XII, die sich auf die Bestattung von Totengebeinen (oder wie Krauß richtig sagt: das zweite Begräbnis) bezieht. Es heißt dort אין עולין עליהן בוד׳ע. Gemäß unserer Äuffassung ist die Stelle so zu deuten: ״Wo ein cheber ir ist“, sind die Einzelnen von der Beteiligung befreit. Bei einer Leichenbestattung von Männern dagegen müßten, wie ich unmittelbar vorher gezeigt, auch in diesem Fall die Privaten eingreifen.: In dieser Beziehung besteht also ein Unterschied. Würde ein ח״ע aber nicht da sein, dann fiele auch bei dem zweiten Begräbnis, genau wie bei dem ersten, auf die Einzelnen die Pflicht der Beteiligung. Hiergegen erhebt Krauß (S. 22) die Frage: ״Wer denn nun versieht dieses zweite Begrabnis?“. Trotz redlichen Bemühens vermochte ich den Sinn dieses einzigen Einwandes nicht zu erfassen; dasselbe gilt für seine Änmerkung auf derselben Seite, bei der offenbar ein Schreib- oder Druckfehler vorliegt. Die Behauptung Kr.’s auf S. 21, daß dem Trauerritus wesentlich der Gedanke der כבוד zugrunde liege, ist sicher richtig; ich verweise hierzu auf die mischna moed katan ill, 8. Für die richtige Deutung der einschlägigen s’maehoth- Stellen ist dieses aber nicht von Belang. Denn einerlei ob sie rein religiösen oder Gefühlswert (כבוד ) haben, — ein verstandlieber Sinn muß den Bräuchen innewohnen. 1 Wenn (wie Kr. S. 22/23 zugibt) die Wortverbindung בחבר עיר an der letzten der drei s’machoth-Stellen in unserem Sinne mit ״dort, wo ein cheber ir ist‘1 zu übersetzen ist, so ergibt sich