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Jeschurun · 1930-05-01 · Heft 5-8 (Mai 1930) · p. Seite 246

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1930)
Issue
Heft 5-8 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
Seite 246 (sequence 64)
Language
German
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246 Heilige und unheilige Gerüche ״Kein Wohlgeruch kommt dem der Erde gleich, Die Gebeine des Nebi umschließt; Heil dem, der sich an ihrem Duft erlabt...“ Äuch andere arabische Heiligengräber strömen Wohlgeruch aus, wenn auch bei weitem nicht in dem Maße wie das des Propheten. In dem Gesänge eines unbekannten Dichters aus dem altarabischen Liederbuche Kitäb al-Agäni heißt es: ״Sie wollten sein Grab vor dem Feinde verhehlen. Der Duft seines Staubes verriet doch die Stätte.“ Aber nicht jeder, der sich dem Prophetengrabe nähert, vermag diesen herrlichen Duft mit seinen Sinnen zu emp׳ fangen. Sie sind dazu zu stumpf. Ihre Empfindungslosigkeit ist jedoch kein Beweis gegen den Wohlgeruch des Prophetengrabes. Und auch im fernen Magrab (Marokko und Algier) sehnt man sich diesen Duft im heiligen Mekka einzuatmen. Die Dichter wünschen sich, die heilige Wallfahrt machen zu können: ״Und wenn ich die Pilgerfahrt machen könnte, Und müßte wallend ins Grab hinabsinken, So ist das ja doch ein süß duftender Tod; Denn ich kann den Propheten schauen.“ Johann Wild aus Nürnberg, der auf einer Reise in mohammedanische Gefangenschaft geraten war, und der sich wider Willen von 1604—11 in islamischen Ländern aufgehalten hat, dabei auch in Mekka und sogar in Jemen gewesen ist, erzählt in seinem, im Jahre 1613 in seiner Vaterstadt erschienen Buche: ״Neue Regs Beschreibung eines gefangenen Kristen“, wie er selber an einem Prophetengrabe den Duft wahrgenommen hat: ״Als ich hintzu kam, sähe ich nichts anders, den ein kleines Berglein, und neben demselben eine große Grube, bey sween (zween) männer tieff, und roch gewaltig leblich (lieblich) und herrlich, das ichs nicht gnug sagen kann.“ Dort war ein Prophet bestattet, ohne daß gesagt werden konnte, was für ein Prophet. Beim Besuche des Äharon-Grabes in Petra (Nebi Harun) trägt jeder Pilger einen Flambeau bei sich, der grünlich leuch-

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